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Bürgersaal plus Gastronomie die Lösung?

Ein Plan fürs Hochzeitshaus soll her

Hameln. In das Thema Hochzeitshaus soll Bewegung kommen: Der neue Stadtbaurat Hermann Aden will das Thema wieder auf die politische Agenda bringen. Geklärt werden soll zunächst die zentrale Frage: Welche Nutzung des Schmuckstücks an der Osterstraße wird konkret gewünscht?

veröffentlicht am 06.05.2013 um 14:21 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:36 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Seit der Pleite der Erlebniswelt Renaissance mangelt es zwar nicht an Ideen, der Sachstand ist jedoch seit Jahren derselbe: Der Großteil des für die Renaissance-Schau entkernten Gebäudes steht – von Wechselausstellungen abgesehen – leer. Die nötigen Millionen für einen Umbau sind aus der leeren Stadtkasse nicht zu holen.

Ein Problem, das auch Aden nicht ohne weiteres aus der Welt schaffen kann. Allerdings sähe er es gerne, würde man sich in Hameln nun endlich auf ein Ziel festlegen, zu dem die – so ist zu befürchten – beschwerliche Reise in Sachen Hochzeitshaus letztlich führen soll. „Bisher sind Ansätze gegen die Wand gefahren oder auch im Sande verlaufen, weil es gleich um architektonische Detailfragen ging“, sagt der Stadtbaurat. Und meint damit insbesondere die Kritik an Entwürfen der Celona Gastro GmbH aus Oldenburg. Der potenzielle Investor würde das 400 Jahre alte Gebäude gerne als „Bar Celona“ nutzen – und es dafür mit einem Glasvorbau in der Osterstraße versehen. Als „eher problematisch“ hatte Aden selbst diese Pläne bereits im Dewezet-Interview Anfang des Monats eingeordnet.

Der Baurat sieht drei notwendige Schritte: Zunächst müsse festgelegt, wie über die Zukunft des Hochzeitshauses entschieden wird. Legt der Rat die Marschrichtung fest oder werden die Bürger eingebunden? Und wie ließe sich – so gewünscht – die Bürgerbeteiligung umsetzen? Eine Online-Umfrage oder eine erneute Diskussionsveranstaltung könnte sich Aden beispielsweise vorstellen. „Ein Bürgerentscheid wäre mir auch zu weitgehend“, sagt der Baurat. Die Bürger sollten eher „die Meinungsbildung der Politik unterstützen“.

Der nächste Schritt: Ein Ziel muss formuliert werden. Was soll denn nun ins Hochzeitshaus? Ein Bürgersaal? Gastronomie? Oder doch beides? Diese letzte Variante bringt Aden selbst ins Gespräch. Denn trotz eines „sehr angeregten“ Austauschs mit Vertretern des neuen Bürgervereins Hochzeitshaus, der sich für einen repräsentativen Saal starkmacht, sagt Aden: „Ein Bürgersaal ist nichts, womit man am Ende des Tages Geld verdienen kann.“ Konkret hieße das wohl: Gastronomie im Erdgeschoss, Festsaal darüber. Verprellt sei der Interessent Celona Gastro GmbH durch die ablehnenden Reaktionen auf die Glasanbau-Entwürfe indes nicht. Man habe diesen Investor weiterhin „an der Hand“, so Aden. Die Entscheidung sei jedoch völlig offen: Noch gänzlich andere Konzepte – auch gastronomische – seien für das Hochzeitshaus denkbar.

Der dritte und wohl schwierigste Schritt wäre dann die Umsetzung des gefassten Entschlusses. Denn die Finanzierungsprobleme sind mit einer konsensfähigen Idee nicht aus der Welt. Aden hat offenbar Geduld: „Wenn ich genau weiß, was ich will, mache ich mich auf die Suche nach einer Realisierungsmöglichkeit.“ Dann müssten gegebenenfalls Partner gesucht, Geldquellen aufgetan werden. Brauche dieser Prozess seine Zeit, habe er damit, „kein Problem“, sagt Aden – wenn denn einmal klar ist, wohin die Bemühungen führen sollen.

Nun wird das Thema Hochzeitshaus, laut Aden, noch vor der Sommerpause im Ausschuss für Stadtentwicklung auf der Tagesordnung stehen.

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