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Bürgerverein stellt Idee für Zwischennutzung vor

Das Hochzeitshaus als Kinosaal?

Hameln. 2017 wird das Hochzeitshaus 400 Jahre alt – und immer noch steh es leer. Der Bürgerverein Hochzeitshaus hat nun eine Idee, wie zumindest das Erdgeschoss wieder genutzt werden könnte: indem es zum Kinosaal für Touristen umfunktioniert wird.

veröffentlicht am 10.03.2016 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Im kommenden Jahr, 2017, wird das Hamelner Hochzeitshaus 400 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern – wäre da nicht die Tatsache, dass der prachtvolle Weserrenaissance-Bau seit Ende 2007, seit dem Scheitern der Erlebniswelt Renaissance, nahezu nicht mehr nutzbar ist. Lediglich das Erdgeschoss wurde in den letzten Jahren von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) immer wieder für Wanderausstellungen genutzt – doch auch die gehören nun der Vergangenheit an: „Zu teuer.“ In den oberen Stockwerken – Überbleibsel der Multimedia-Ausstellung – ragen teilweise Säulen aus dem Boden und hängen ganze Kabelknäule aus Decken und Wänden, der bunte Plexiglasboden ist an manchen Stellen aufgerissen. Es ist kein Geheimnis, dass das Hochzeitshaus angesichts fehlender Investoren und leerer Stadtkassen in den kommenden neun Monaten nicht betret- und nutzbar gemacht wird – und es zum Jubiläum keine feierliche Neueröffnung geben wird.

Der Bürgerverein Hochzeitshaus hat nun zumindest für das Erdgeschoss eine Idee, wie dieses zwischenzeitlich wieder genutzt werden könnte: Peter Jacob, langjähriger Marketing-Leiter der Firma Vogeley und Hobby-Filmemacher, hat vor Jahren zwei Filme über das Musical „Rats“ sowie über das Rattenfänger-Freilichtspiel gedreht, die er dem Verein kostenlos zur Verfügung stellen würde. In den Monaten, in denen keine der beiden Aufführungen auf der Hochzeitshaus-Terrasse gezeigt wird – also etwa von Mitte September bis Mitte Mai – könnte das Erdgeschoss des Hochzeitshauses zum Kino umfunktioniert werden.

„Jeden Tag, auch in den Herbst- und Wintermonaten, kommen zwei bis 20 Busse voller Touristen in Hameln an, die durch die Innenstadt laufen“, erläutert Klaus-Dieter Thöm, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins. Auch diese Touristen hätten sicherlich Interesse an „Rats“ und dem Rattenfänger-Freilichtspiel – und somit, gerade bei schlechterem Wetter, an den Filmen. Natürlich könne man Busse voller Touristen nicht einfach im Hochzeitshaus parken und sie 45 Minuten lang mit Bewegtbildern berieseln, sagt Thöm. „Es wäre aber möglich, die Filme in Endlosschleife laufen zu lassen. Die Touristen könnten dann kommen und gehen, wann sie wollen.“

Was es für Filmvorführungen im Hochzeitshaus allerdings bräuchte, wären Stühle, eine Leinwand, die nötige Technik sowie Personal, das die Aufsicht übernehmen, die Räume reinigen, Kaffee ausschenken würde. „Das ist im Moment noch das größte Problem“, sagt der Bürgerverein-Vorsitzende Helmut Griep, auch wenn man sich „von finanziellen Gesichtspunkten nicht entmutigen lassen“ wolle. Annemarie Hodges warf bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Vereines zudem ein, dass „ein paar Stühle und ’ne Kaffeemaschine das Erdgeschoss noch nicht zu einem ansprechenden Raum“ machen würden. Der Vorschlag soll nun der Stadtverwaltung vorgestellt werden. Ein mögliches Startdatum hat der Bürgerverein Hochzeitshaus bereits im Kopf: „Anfang 2017 – pünktlich zum Jubiläumsjahr“, sagt der Vorsitzende Griep.

Apropos Jubiläumsjahr: Der Bürgerverein hatte beim Bundesfinanzministerium den Vorschlag eingereicht, 2017 eine Sonder-Briefmarke mit dem Hochzeitshaus darauf zu gestalten. Dieser Vorschlag sei aber „leider abgelehnt“ worden, wie Griep sagt.

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