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Bürgerverein will zunächst Geschichte des Hochzeitshauses erforschen lassen

40 Mitglieder kämpfen für den Festsaal

Hameln. Es ist ein großes Ziel, das sich der vor einem Jahr gegründete Bürgerverein Hochzeitshaus Hameln gesetzt hat: die Wiederherstellung eines Festsaales im ursprünglichen Stil der Bauzeit des Prunkbaus der Weserrenaissance. Die Resonanz in der Bevölkerung auf die Bemühungen scheint allerdings noch deutlich steigerungsfähig zu sein – bislang hat der Verein erst knapp 40 Mitglieder, die mit ihrem Vereinsbeitrag von 20 Euro im Jahr die finanziellen Möglichkeiten sehr bescheiden erscheinen lassen.

veröffentlicht am 13.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 11:05 Uhr

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Eines hat der Bürgerverein inzwischen nach Darstellung seines Vorsitzenden Helmut Griep auf der Jahreshauptversammlung aber erreicht: „Die Stadtverwaltung wird uns an der weiteren Arbeit zur Zukunft des Hochzeitshauses beteiligen.“ Um in dem großen Haus im Zentrum der Stadt einen Festsaal nach historischen Vorgaben zu installieren, müssten der Verein und die Stadt allerdings erst einmal wissen, wie der ursprünglich zweistöckige große Raum einst gestaltet war. „Uns sind darüber keine Unterlagen bekannt“, gestand Griep auf der Jahreshauptversammlung. „Aber wir haben inzwischen Gespräche mit den beiden Paderborner Historikern Prof. Johannes Süßmann und Prof. Hermann Kamp geführt, die unter dem Titel ,Probebohrung’ die Archive durchforschen wollen, um Genaueres herauszufinden.“ Unter „Probebohrung“ sei natürlich nicht zu verstehen, dass das Hochzeitshaus angebohrt werde. Es sei darunter eine „intellektuelle Probebohrung“ in den Beständen von Archiven zu verstehen, erläuterte Griep den Ansatz der beiden Historiker, für den sie eine Summe von 10 000 Euro veranschlagt hätten. Geld, das der Verein jetzt von Sponsoren wie der Sparkasse Weserbergland, den Stadtwerken, der VGH-Stiftung und der Firma Neudorff einzuwerben hofft. „Die Gespräche darüber sind im Gang“, berichtete Griep, „aber unterschriftsreif ist noch nichts.“ Die Arbeit in den Archiven werde voraussichtlich im zweiten Quartal beginnen, die Auswertung danach wohl ein halbes Jahr dauern. Auch die Stadt sei an dieser „Probebohrung“ hochgradig interessiert, werde selbst aber kein Geld dafür ausgeben.

Zusätzlich empfahl Hans-Martin Lohmann, sich mit den Hamelner Schulen in Verbindung zu setzen. Es könnten doch Projekte zur Erforschung der Architekturgeschichte des Hochzeitshauses von Schülern im Rahmen einer Seminararbeit angepackt werden, vergleichbar mit den Forschungsarbeiten von Schülern des Albert-Einstein-Gymnasiums auf dem Friedhof Wehl. Damit würde der Verein junge Leute besser einbinden, denn dieser Raum sei mit der Zukunft der nächsten Generationen verbunden. Denkbar sei auch, das Marketing für das Hochzeitshaus-Projekt durch die Einschaltung von Marketing-Studenten der Universität in Hannover zu verbessern. Das sei dann für Studenten, die in diesem Rahmen eine Bachelor-Arbeit schreiben wollten, eine ganz konkrete Möglichkeit. Dass der Verein bislang keine verstärkten Marketing-Aktivitäten entfaltet hat, liegt nach Darstellung von Griep daran, dass die beiden ehrenamtlich damit Beauftragten aus beruflichen Gründen der anspruchsvollen Aufgabe nicht gerecht werden konnten.

Christa Bruns, Mitglied im Vorstand des Bürgervereins, rechnet damit, „dass wir erst dann mehr Leute für das Projekt begeistern können, wenn klar ist, was in dem Festsaal geschehen soll, wenn er aufgebaut ist“. Da sei das Konzept des Vereins noch nicht klar genug ausgearbeitet. Griep sieht dies anders. Für ihn ist klar, dass ein neuer Festsaal im Hochzeitshaus die „gute Stube der Repräsentation der Stadt“ werden soll, ein Raum, in dem der Rat tagen, den die Fachhochschule als Aula nutzen könne, Empfänge gegeben werden könnten oder Hamelner Bürger die Hochzeit ihrer Kinder feiern sollten.

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  • Mit diesem Foto wirbt der Bürgerverein in einem Flyer für die Mitarbeit an seinem Zukunftsprojekt.

Gestern wurde am Hochzeitshaus gearbeitet. Allerdings wurde nur das Dach turnusgemäß ausgebessert. Umbauten im Inneren sind noch längst nicht in Sicht.Wal

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