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Schwertransporte in dieser Woche erwartet

Wo dreht sich Hamelns erstes Windrad?

AFFERDE/GROSS HILLIGSFELD. Erneuerbare Energie erzeugt durch Windkraft? In Hameln Fehlanzeige. Bislang sorgt noch nicht einmal ein laues Lüftchen für Strom. Das ändert sich bald. Nach und nach sind in den vergangenen Wochen drei hellgraue Betontürme in den Hamelner Himmel gewachsen: Zwei am Liethberg bei Groß Hilligsfeld, einer zwischen Afferde und Rohrsen.

veröffentlicht am 02.10.2017 um 09:54 Uhr

An zwei Standorten wird derzeit mit Tempo in die Höhe gebaut: An der Windkraftanlage bei Afferde sollen in dieser Woche Schwertransporter eintreffen und große Bauteile anliefern.. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Es ist wie ein kleiner Wettkampf. Eine spannende Frage stellt sich da: Welcher der Riesen wird am Ende die Nase vorn, nein, die Flügel als Erster oben haben? Wo fließt letztlich der erste Hamelner Wind-Strom?

Sicher ist bereits, dass alle drei Plätze auf dem Siegerpodest von Modellen desselben Typen bestiegen werden. „Nordex N 131-3300“ nennt sich der Anlagentyp, der Gold-, Silber- und Bronzemedaillenplätze unter sich ausmacht. Vier Windenergieanlagen dieser Serie lässt das Energieunternehmen Landwind aus Gevensleben im Kreis Helmstedt zunächst errichten – allesamt mit einer Narbenhöhe von 134 Metern. „Die Flügelspitzenhöhe liegt jeweils bei 199 Meter“, erklärt Felix Losada, Sprecher vom Windkraftanlagen-Hersteller Nordex.

Die Rotorblätter der nah bei Afferde in Betrieb gehenden Anlage gelten dabei als Neuentwicklung. Die 65 Meter langen Flügel sollen, was Geräuschemissionen anbelangt, die „Uhu-Schwingen“ unter den Windkraftflügeln sein. Die lautlos durch die Nacht gleitenden Jäger sollen bei der Weiterentwicklung Pate gestanden haben. Für einen niedrigen Geräuschpegel der Windkraftanlage sorgen sogenannte „Serrations“ – gezackte Bauteile an der Rotorblatt-Hinterkante.

Auch am Liethberg bei Hilligsfeld sind die Arbeiten vorangeschritten. Foto: fn
  • Auch am Liethberg bei Hilligsfeld sind die Arbeiten vorangeschritten. Foto: fn

„Das wird spannend“, erwartet Landwind-Geschäftsführer Alexander Heidebroek die anstehenden Probeläufe. Es sei die erste Windkraftanlage des Unternehmens, die mit den gezackten Bauteilen ausgestattet wird, so der Diplomingenieur. Und sie sind tatsächlich die ersten Rotorblätter, die sich in der Rattenfängerstadt zur Energiegewinnung drehen werden.

Ab dem kommenden Mittwoch sollen die langen Rotorblätter und Turmteile wie Gondel und Narbe an der Großbaustelle angeliefert werden. An der Straße zwischen Afferde und Hilligsfeld wurden bereits mit Absperrbaken Parkräume für die Spezialtransporter eingerichtet. Der Verkehr wird per Ampelanlage wechselseitig an der Fahrbahnverengung vorbeigeleitet.

Einen Termin, ab dem der erste Strom ins Netz fließen wird, gäbe es noch nicht, heißt es vom Betreiber. Zwar sei die Technik größtenteils in den Bauteilen vorinstalliert und müsse nur noch „festgesetzt“ werden. Allerdings müsse auch das Wetter mitspielen, um die monumentalen Fertigteile per Kran auf die 130 Meter hohe Turmspitze hieven zu können.

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