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Luftfahrtzentrum lehnt auch Fläche auf Münderaner Gebiet ab

Windpark steht Bundeswehr im Weg

veröffentlicht am 13.10.2016 um 11:58 Uhr
aktualisiert am 27.12.2016 um 10:27 Uhr

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Michael Zimmermann

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„Die Bundeswehr und die Windkraft haben eines gemeinsam“, sagt Heiko Scheer vom Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln. „Wir wollen beide dorthin, wo uns keiner sieht und hört.“ Auf den Flächen, die dann noch bleiben, komme es dann häufiger zum Konflikt. Der Oberleutnant muss geplante Windkraftanlagen und ihre Auswirkungen auf den Flugbetrieb einschätzen. Lehnt die Bundeswehr ein Projekt ab, folgen die Planer dem „Urteil“ in aller Regel.

Das wirkt sich auch auf den Windpark „Liethberg“ aus, den die Firma Landwind zwischen Groß Hilligsfeld, Flegessen und Unsen geplant hatte. Von den acht ersten Windrädern für Hameln, die dort entstehen sollten, werden zwei jetzt keine Genehmigung bekommen, zwei weitere nur mit bestimmten Auflagen (wir berichteten). Eine der abgelehnten Anlagen könnte um 84 Meter in Richtung Süden, näher an die dort verlaufende Hochspannungsleitung verschoben werden, um doch noch genehmigt zu werden, heißt es aus dem Hamelner Rathaus. Hier fehlten aber noch die überarbeiteten Unterlagen zum Natur- und Artenschutz, wie Stadtsprecherin Janine Herrmann erklärt. Eine abschließende Entscheidung könne erst nach einem Erörterungstermin mit allen Beteiligten getroffen werden. Ein konkretes Datum für diesen Termin stehe aber noch nicht fest.

Der Leiter der Flugeinsatzzentrale im Fliegerhorst Bückeburg, Steen Pfähler, hatte sich gegen fünf der geplanten Anlagen ausgesprochen, weil sie den 1,5-Kilometer-Korridor der „Nachttiefflugstrecke Stadtoldendorf“ störten. Die Flugstrecke des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums führe durch eine Kessellage und werde durch den Taleinschnitt zwischen dem Süntel, Schweineberg und Uhlenberg entlang der L 423 und der Hochspannungsleitung kanalisiert. „Eine Verlegung der Streckenführung ist hier nicht möglich“, sagt er. Sein Veto wurde nach Köln weitergeleitet und dort überprüft. „Ein oder zwei Anlagen sind in der Regel kein Problem“, sagt Heiko Scheer. Diese sehe man auch nachts gut. „Je mehr Windräder aber an einer Flugroute stehen, desto schwieriger wird es im Dunkeln, ihnen auszuweichen.“

Ein anderes Problem könnten auch die Radaranlagen sein: Zu viele Windräder würden das Radar dermaßen stören, dass der gesamte Raum über den Anlagen von den Hubschraubern nicht mehr erfasst werden könne, erklärt Scheer. Flugzeuge in diesem Bereich würden dann vom Schirm verschwinden. Hier gebe es aber inzwischen Möglichkeiten, die Windräder bei Bedarf zeitweise per Knopfdruck auszuschalten. Das Luftfahrtamt suche in der Regel nach Möglichkeiten, wie beide Interessen miteinander vereinbart werden können, sagt er – etwa durch eine Verschiebung der Flugrouten. Im lippischen Dörentrup war dies kürzlich möglich – auch wenn dort befürchtet wird, dass die Bewohner durch den Lärm der tieffliegenden Hubschrauber aufgeweckt werden könnten.

Bei den abgelehnten Hamelner Anlagen hilft das jedoch alles nichts. Auch das benachbarte Bad Münderaner Windkraftgebiet ist betroffen. Hier läuft derzeit noch das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes, damit das Gebiet bei Flegessen als Windkraftfläche ausgewiesen werden kann. Nach Dewezet-Informationen wird das Luftfahrtamt in diesen Tagen die Fläche als möglichen Windradstandort ablehnen.

Wie jede Kommune in Niedersachsen muss auch Hameln etwa 1,2 Prozent seiner Fläche als Vorranggebiet für die Windkraft ausweisen. Wenn die Standorte nun abgelehnt werden, müsste der Flächennutzungsplan eventuell noch einmal geändert werden, um im Stadtgebiet wieder ausreichend Raum für Windräder zu haben, sagt Janine Herrmann. Dies werde nun im Rathaus geprüft. Ein weiteres dieser Vorranggebiete liegt im Bereich Afferde/Rohrsen. Hier möchten sowohl WindmühlenKontor als auch Landwind bauen. Wann, könne die Stadt aber noch nicht sagen. Die Unterlagen würden im Moment zusammengetragen.

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