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Betreiber plant elf 200-Meter-Anlagen an der B 217

Windpark soll hoch hinaus

Hameln. Der Windpark am Liethberg – Hamelns größter und vielleicht erster – nimmt Gestalt an. Zumindest, wenn es weiterhin nach den Plänen der Betreiberfirma Landwind geht. Diese hat nun Details präsentiert. Elf Windräder sollen sich künftig auf der – von Hameln kommend – linken Seite der Bundesstraße 217 drehen, acht auf Hamelner, drei auf Bad Münderaner Boden. Damit nähme die Konzentration in diesem Gebiet weiter zu. Zwischen Süntel und Ith dürften so in absehbarer Zeit mindestens 32 Anlagen Strom erzeugen – vier weitere sind im Gespräch.

veröffentlicht am 08.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.07.2015 um 10:52 Uhr

Der Windpark am Liethberg nach Plänen der Firma Landwind. Die gelben und grünen Linien zeigen die zu erwartende Ausbreitung der Anlagengeräusche. Zum Vergleich: Ein Flüstern ist 30, Verkehrslärm etwa 75 Dezibel laut. jöh/
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Die Firma Landwind hat Großes vor – in buchstäblichem Sinne: Knapp 200 Meter hoch werden – Rotorenflügel eingerechnet – die Anlagen zwischen Groß Hilligsfeld und Flegessen. Sie zählen dann zu den größten Windrädern im Landkreis. Nur im Coppenbrügger Gebiet „Kastanien Süd“, wo Landwind aktuell acht Anlagen errichtet, stehen dann noch einmal Windräder derselben Gesamthöhe.

Landwind würde

zur Not auch nur auf Hamelner Gebiet bauen

Einen Landkreis-Rekord – auch im Vergleich zu den Coppenbrügger Windrädern – stellt der bei Hilligsfeld derzeit geplante Rotordurchmesser dar: 131 Meter. Das habe in zweifacher Hinsicht Vorteile. Zum einen: „Die großen Rotoren drehen sich sehr, sehr langsam“, sagt Landwind-Sprecherin Stefanie Mertz. Das ergebe ein deutlich „ruhigeres Bild“ als bei den älteren, kleinflügligen Anlagen. Zum anderen sind sie leistungsstärker.

Doch noch, betont auch der angehende Investor, ist alles Zukunftsmusik. Allerdings Musik aus einer nicht fernen Zukunft: Im Hamelner Gebiet läuft derzeit die „avifaunistische Untersuchung“. Als Avifauna werden die in einer Region vorkommenden Vogelarten bezeichnet. Mit Ergebnissen rechnet Landwind im Frühjahr des kommenden Jahres. Dann will das Unternehmen aus Gevensleben (Landkreis Helmstedt) einen Bauantrag stellen. Drei bis sieben Monate rechnet das Unternehmen für dessen Bearbeitung ein. Im Sommer oder Herbst 2017 könnten die Anlagen dann in Betrieb genommen werden, kalkuliert Landwind.

Ein Windrad von Nordex Foto: Nordex
  • Landwind will in Hameln acht Windräder der Firma Nordex (wie hier im Symbolbild) bauen. Auf Bad Münderaner Gebiet sind drei Anlagen angedacht. Foto: Nordex

Die Stadt Bad Münder steht beim Thema Wind noch am Anfang: Derzeit werden mögliche Flächen ausgewählt. „Wir wissen bisher nicht einmal, ob das Gebiet tatsächlich ausgewiesen wird“, sagt Mertz. Baubeginn? Später als in Hameln, plant Landwind. Wird aus der zu Flegessen gehörenden Fläche am Ende nichts, würde Landwind das bereits ausgewiesene Hamelner Vorranggebiet am Liethberg dennoch bebauen wollen, sagt die Landwind-Sprecherin. Dort ist ohnehin das Gros der Anlagen geplant.

In Hilligsfeld wie Flegessen hat der Betreiber bereits Vorverträge mit den Landeigentümern abgeschlossen. In Flegessen haben sich diese für drei Windkraftanlagen entschieden. Eine weitere könnte lediglich, „falls vor Ort gewünscht“, später noch hinzukommen, heißt es vom Betreiber. Sprecher des Unternehmens haben den aktuellen Stand der Vorplanungen in der vergangenen Woche im Hamelner Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert. Für den Bad Münderaner Part fand zuvor eine Infoveranstaltung in Flegessen statt (wir berichteten). Landwind trifft am Süntel auf kritische Stimmen: Bereits vor geraumer Zeit formierte sich die Bürgerinitiative „Gegenwind Süntel-Ith“.

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