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Insgesamt acht Anlagen dürfen im kommenden Jahr gebaut werden

Stadt macht Weg für Windräder frei

HAMELN. Im Laufe des kommenden Jahres werden in Hameln die ersten Windräder aufgestellt werden. Die Stadt erteilte am Freitag die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen für den Bau und Betrieb von insgesamt acht Windenergieanlagen in Afferde/Rohrsen und Groß Hilligsfeld.

veröffentlicht am 26.12.2016 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 27.12.2016 um 10:27 Uhr

Für zwei Windräder im Vorranggebiet Afferde/Rohrsen hat die Stadt Hameln nun die Genehmigung erteilt. Foto: Dana
Michael Zimmermann

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Zwar stünden noch kleinere Verfahren wie die statische Berechnung aus, heißt es aus dem Rathaus. Die jetzt erfolgten Genehmigungen bedeuteten aber ein „grundlegendes Go“.

Falls bis zum 20. Januar keine Rechtsmittel eingelegt werden, dürfen die Firma Landwind und die Energiegenossenschaft Weserbergland jeweils ein Windrad im Vorranggebiet Afferde/Rohrsen bauen. Im Windpark „Liethberg“ zwischen Hilligsfeld, Unsen und Hasperde ist der Weg für sechs Anlagen frei. Schon im Frühjahr will Investor Landwind mit dem Bau der Anlagen beginnen, Ende des Jahres sollen die Windräder ihren Betrieb aufnehmen.

Ursprünglich war geplant, dort acht Windräder mit einem Rotordurchmesser von 131 Metern und einer Gesamthöhe von je etwa 200 Metern aufzustellen, doch die Bundeswehr legte Einspruch ein: Der Leiter der Flugeinsatzzentrale im Fliegerhorst Bückeburg, Steen Pfähler, hatte sich gegen fünf der geplanten Anlagen ausgesprochen, weil sie den 1,5-Kilometer-Korridor der „Nachttiefflugstrecke Stadtoldendorf“ störten. Die Flugstrecke des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums führe durch eine Kessellage und werde durch den Taleinschnitt zwischen dem Süntel, Schweineberg und Uhlenberg entlang der L 423 und der Hochspannungsleitung kanalisiert. „Eine Verlegung der Streckenführung ist hier nicht möglich“, sagte er der Dewezet im Oktober.

Die beiden nördlichsten Windräder an der Stadtgrenze zu Bad Münder wurden deshalb bereits während des Genehmigungsverfahrens gestrichen Drei weitere Anlagen dürfen jetzt gebaut werden, obwohl die Bundeswehr auch hier den Windrad-Bau abgelehnt. Die Stadt habe die Einwände der Bundeswehr in die Planung mit einbezogen, sagt Rathaussprecher Thomas Wahmes. Es habe kleinere Korrekturen der Lage gegeben, die betreffenden Windräder seien ein wenig verrückt worden, um die Flugroute sicherzustellen. „Wir gehen nun von einem ausreichenden Korridor aus und denken, dass wir damit auf der sicheren Seite sind und die Vorgaben erfüllen.“

Nicht nur die Bundeswehr hatte im Laufe des Verfahrens Bedenken gegen den Windpark angemeldet: Insgesamt 70 Einwände waren bei der Stadt Hameln eingegangen. Unter anderem sorgten sich Anwohner um den Wert ihrer Häuser und Grundstücke, den Artenschutz und mögliche gesundheitliche Auswirkungen.

Hameln hatte 2014 die zwei Vorranggebiete für Windkraftanlagen in Afferde und Groß Hilligsfeld ausgewiesen. Die Bereiche entsprechen einer Fläche von etwa 1,2 Prozent des Stadtgebiets. Damit war die Stadt den Vorgaben des Landes nachgekommen. Ob diese weiterhin erfüllt werden können, obwohl nun weniger Windräder als geplant genehmigt wurden, werde derzeit geprüft, sagt Thomas Wahmes. Eventuell müssten die bestehenden Gebiete erweitert oder neue Gebiete ausgewiesen werden, um im Stadtgebiet wieder ausreichend Raum für Windräder zu haben.

Auch der benachbarte Bad Münderaner Bereich ist betroffen. Hier werden gerade die künftigen Vorranggebiete für die Windenergie geplant. Die Fläche, die bei Flegessen, direkt an den Windpark am Liethberg grenzt, war ursprünglich auch Teil dieser Überlegungen. Hier sollten bis zu drei Anlagen entstehen. Wahrscheinlich ist diese Planung aber wegen der Stellungnahme durch die Bundeswehr hinfällig. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln lehnt die Fläche als möglichen Windradstandort generell ab. Erst im Frühjahr 2017 soll die Politik soll darüber endgültig entscheiden.

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