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Anlagen auf Hamelner und Bad Münderaner Gebiet geplant

Investor will Windräder bei Hilligsfeld bauen

Hameln. Noch ist das Thema Windkraft im Hamelner Stadtgebiet ein theoretisches: Zwar wurden nach schier endlosen Jahren zähen Ringens zwei Vorranggebiete für die Anlagen ausgewiesen, die Montagekräne sind bisher jedoch nirgends angerückt. Doch nun könnte das Thema auch in Hameln Fahrt aufnehmen. Nämlich dort, wo sich in Zukunft die Rotoren gleich dutzendweise drehen sollen: an der B 217.

veröffentlicht am 10.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 09.07.2015 um 11:05 Uhr

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Autor:

von Frank Henke
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„Fläche D/E“ heißt das rund 90 Hektar große Areal am Liethberg bei Groß Hilligsfeld im Hamelner Verwaltungsdeutsch. Einen Interessenten, der dort Windräder errichten möchte, gibt es nun, wie das Hamelner Rathaus auf Anfrage mitteilt. „Hier werden aber gerade erst die Antragsunterlagen zusammengestellt“, heißt es. Über den Namen des Interessenten spricht die Verwaltung noch nicht. Doch die Antwort ist buchstäblich naheliegend: Gleich auf der anderen Seite der Bundesstraße 217 hat das Unternehmen Landwind aus Gevensleben (Kreis Helmstedt) kürzlich mit den Wegebauarbeiten begonnen. Auf Coppenbrügger Gebiet, südlich der Landesstraße 423, werden nun bis zu zehn weitere Windenergieanlagen, jeweils mit einer Gesamthöhe von knapp 200 Metern, errichtet. Und offenbar kann sich Landwind am Liethberg Ähnliches vorstellen. „Wir würden dort gerne Windkraftanlagen bauen“, sagt Unternehmenssprecherin Stefanie Mertz über die Fläche bei Groß Hilligsfeld. Zunächst aber müssten dafür die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Darin ist die Stadt Hameln nach der Ausweisung der Vorrangflächen bereits weit fortgeschritten. Doch die Hamelner Fläche reicht dem Betreiber Landwind nicht aus.

Die Nachbarn im Bad Münderaner Rathaus stehen beim Thema Vorrangflächen noch ganz am Anfang. Zehn potenzielle Gebiete wurden im vergangenen Monat vorgestellt. Eins davon schließt sich direkt an die Hamelner „Fläche D/E“ an. Jenseits der Stadtgrenze würde der künftige Windpark, so die Landwind-Pläne, noch einige hundert Meter in Bad Münderaner Gebiet – genauer in das von Flegessen – hineinreichen. Dort sei eine Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig, sagt die Landwind-Sprecherin. Anders als in Hameln muss eine solche Änderung in Bad Münder auch noch vom Landkreis genehmigt werden. Wie viele Anlagen in welcher Höhe zwischen Groß Hilligsfeld und Flegessen errichtet werden, sei noch von diesen Rahmenbedingungen abhängig, sagt die Unternehmenssprecherin.

In Hilligsfeld waren die Windkraft-Pläne in den vergangenen Jahren kaum auf Widerstand gestoßen. Gegen mögliche Anlagen bei Flegessen und Klein Süntel – zunächst in Richtung Hachmühlen geplant – hatte hingegen in den vergangenen Monaten bereits die Bürgerinitiative „Gegenwind Süntel-Ith“ protestiert.

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Für die zweite ausgewiesene Hamelner Windkraft-Fläche, die zwischen Afferde und Rohrsen, hatte das Unternehmen Windmühlenkontor aus Lemgo schon Ende 2011 einen „immissionsrechtlichen Vorbescheid“ für zwei Windräder erstritten. Aktuell sei „der Antragsteller aber noch dabei, die Antragsunterlagen zu vervollständigen“, heißt es aus dem Hamelner Rathaus. Erst wenn alles komplett sei, könne die Stadt dort in Prüfung und Genehmigung einsteigen.

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