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Landwind beantragt Bau in Afferde

Dreht sich 2017 Hamelns erstes Windrad?

Hameln. Hameln steht sein erstes Windrad bevor – im Ortsteil Afferde wird es nun konkret: Die Firma Landwind Projekt GmbH & Co. KG hat für ein Flurstück an der Gemarkungsgrenze zu Klein Hilligsfeld den Bau einer Anlage beantragt.

veröffentlicht am 02.03.2016 um 19:13 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:14 Uhr

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Andrea-Tiedemann-Redakteurin-Lokales-Dewezet

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Andrea Tiedemann Reporterin zur Autorenseite
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Hameln. Hameln steht sein erstes Windrad bevor – im Ortsteil Afferde wird es nun konkret: Die Firma Landwind Projekt GmbH & Co. KG hat für ein Flurstück an der Gemarkungsgrenze zu Klein Hilligsfeld den Bau einer Anlage beantragt. Nach Informationen aus dem Rathaus handelt es sich um eine Anlage der Firma Nordex mit einer Nabenhöhe von 134 Metern. Der Rotordurchmesser soll 131 Meter betragen, die Anlage erreicht eine Gesamthöhe von zirka 200 Metern. Wenn es nach dem Investor geht, soll bereits im Frühjahr 2017 gebaut werden. Doch zunächst muss die Stadt den Antrag „in den kommenden Monaten“ prüfen.

Dass die Firma Landwind nun auch im Gebiet Afferde auf den Plan tritt, ist neu. Denn bisher hatte sich die Konkurrenz den Platz, auf dem zwei Windräder stehen können, sichern wollen: Die Firma Windmühlenkontor aus Lemgo hatte bereits 2011 immissionsschutzrechtliche Vorbescheide für zwei Anlagen an dieser Stelle erstritten. Der endgültige Antrag aber, der sich laut Stadt dann nur noch auf eine Anlage bezogen hatte, wurde Ende des Jahres abgelehnt. Wegen „unvollständiger Antragsunterlagen“, heißt es vonseiten der Verwaltung. Doch das Unternehmen akzeptiert die Entscheidung offenbar nicht: Nun habe Windmühlenkontor Widerspruch gegen die Ablehnung eingelegt – über den die Stadt noch nicht entschieden hat. Unter Umständen könnte es sogar noch zu einem Gerichtsprozess kommen. Solange in der juristischen Auseinandersetzung mit Windmühlenkontor aber keine endgültige Entscheidung vorliegt, kann auch die Konkurrenz mit einer zweiten Anlage nicht zum Zuge kommen. Derzeit ist eine zweite Anlage für Landwind aber ohnehin noch kein Thema, informiert Sprecherin Stefanie Mertz – gerade weil man um das laufende Verfahren der Konkurrenz wisse. Eine Stellungnahme des Geschäftsführers von Windmühlenkontor war am Mittwoch nicht zu bekommen – auf eine Anfrage reagierte er nicht.

Für die Initiative „Gegenwind am Düth“, die das Vorhaben in Afferde verhindern wollte, ist die Entwicklung eine große Enttäuschung. Rohrsens Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann findet die Anlagen nach wie vor „fehl am Platz“. Zwei Anlagen mitten in der Landschaft und so dicht an der Bebauung – das ist seine Hauptkritik. Das betreffe Afferde und Rohrsen gleichermaßen, so Brüggemann. Doch der Protest war bereits vor einiger Zeit verebbt; zu groß der Gegner offenbar, zu kostspielig der „Kampf gegen Windmühlen“.

Windrad

Bereits 2014 hatte die Stadt zwei Vorranggebiete für Windkraftanlagen ausgewiesen: eines in Afferde und eines im Bereich Liethberg/Gemarkung Groß Hilligsfeld. Beide Gebiete zusammen umfassen laut Stadt eine Fläche von zirka 1,2 Prozent des Stadtgebiets. Mit der Ausweisung der Vorranggebiete sei die Stadt den Vorgaben des Landes nachgekommen. Während in Afferde nur zwei Anlagen möglich ist, plant Landwind am Liethberg bereits die Errichtung von insgesamt acht Anlagen.

Die Coppenbrügger können da angesichts ihrer zahlreichen Windräder nur müde lächeln: In Hameln ist nun die erste von zwei Anlagen in Afferde geplant. Der Protest dagegen war nur anfangs laut.

Foto:pr

Acht Windräder sollen sich künftig im Gebiet Liethberg drehen – geplant von Landwind.

Zwei Windräder sollen sich am Ende bei Afferde drehen, eins davon plant Landwind.

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