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Baustart bei Hilligsfeld und Afferde

Bodenarbeiten für die Windkraft

GROSS HILLIGSFELD/AFFERDE. Bislang waren es nur Planungen auf dem Papier, doch seit Anfang dieser Woche wird gebuddelt: Das Unternehmen Landwind hat mit dem Bau von zunächst drei der sechs vorgesehenen großen Windenergieanlagen am Liethberg bei Groß Hilligsfeld und einer weiteren zwischen Afferde und Rohrsen begonnen.

veröffentlicht am 01.03.2017 um 15:58 Uhr
aktualisiert am 07.11.2017 um 10:01 Uhr

Am Liethberg bei Groß Hilligsfeld sind die Bagger angerückt: Jetzt entstehen die Zufahrten zu den geplanten Windrädern. Foto: Dana
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Jetzt werden die Zufahrtswege und die Kranstellflächen angelegt“, erklärt Unternehmenssprecherin Stefanie Mertz. Direkt nach Ostern sollen – wenn es das Wetter zulässt – die Fundamente entstehen. In den Sommermonaten werden die Türme in die Höhe wachsen, anschließend die Gondeln und Flügel installiert. Die Inbetriebnahme der insgesamt fast 200 Meter hohen Anlagen soll im Herbst dieses Jahres erfolgen, sagt Mertz. Ein Teil der Flächen, die jetzt für die Anlieferung der teils riesigen Bauteile zu befestigen sind, werden nach der Montage zurückgebaut.

Das Energieunternehmen aus Gevensleben im Kreis Helmstedt, das auch den Windpark Coppenbrügge betreibt, wendet bei Hameln 5 Millionen Euro für jede der Anlagen auf. Die Windräder vom Typ Nordex N131 sind für Landwind Neuland. Bei einer Nabenhöhe von 134 Metern und einem Rotordurchmesser von 131 Metern seien diese Anlagen auch für den Betrieb bei schwachem Wind ausgelegt, erklärt die Firmensprecherin. Der Windpark bei Hilligsfeld soll pro Jahr 50 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, die Anlage bei Afferde 8 Millionen. Jedes der Windräder könne damit rechnerisch den Strombedarf von 7000 Menschen decken. Insgesamt produzieren die von Landwind betreuten Anlagen rund 350 Millionen Kilowattstunden erneuerbarer Energie, das reicht für 290 000 Menschen.

Landwind ist an einer schnellen Inbetriebnahme seiner Anlagen interessiert, denn die vom Staat im Rahmen des Gesetzes für die Erneuerbaren Energien garantierte Vergütung sinkt: Seit gestern beträgt der Satz 8,29 Cent je erzeugter Kilowattstunde, zuvor waren es 8,38 Cent, ab Oktober werden es noch 7,68 Cent sein. Allein das Abschmelzen in diesem Jahr bedeutet für den Betreiber also eine Mindereinnahme von fast 50 000 Euro pro Windrad und Betriebsjahr. Trotzdem bleibt das Geschäftsmodell lukrativ. Landwind will Bürgern der Region die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen. Mertz kündigt die Ausgabe von „Windsparbriefen“ an, die Details hierzu stünden jedoch noch nicht fest.

Auch östlich von Afferde wird gebuddelt: Nach dem Wegebau werden die Fundamentarbeiten für den Windradbau beginnen. Foto: Dana
  • Auch östlich von Afferde wird gebuddelt: Nach dem Wegebau werden die Fundamentarbeiten für den Windradbau beginnen. Foto: Dana

Energie-Genossenschaft
verspricht 3,0 Prozent Rendite

Die Energie-Genossenschaft Weserbergland, die bei Klein Hilligsfeld ein ebenfalls fast 200 Meter hohes Windrad errichten lassen wird, verspricht ihren Investoren für die ersten 20 Jahre eine Rendite von 3,0 Prozent – „zum Ende hin sind auch Sonderzinsen denkbar“, sagt Vorstandsmitglied Rainer Sagawe. Die Nachfrage sei groß. Die Genossenschaft will die auch hier 5 Millionen Euro teure Einrichtung jeweils zur Hälfte durch Einlagen der Mitglieder und per Bankkredit finanzieren. Pro Kopf könne eine Summe von maximal 60 000 Euro eingezahlt werden. Die Wirtschaftlichkeit sei durch einen Experten des Genossenschaftsverbandes bescheinigt worden.

Sagawe rechnet für Anfang 2018 mit dem Baustart bei Klein Hilligsfeld. Danach werde es aber sehr schnell gehen: Das Unternehmen Lackmann aus Paderborn verspreche für den vorgefertigten Stahlturm eine Aufstellzeit von nur drei Wochen. Bei der Windenergieanlage handelt es sich um den Typ Vestas V126-3.3MW. Die Nabe dreht sich in 137 Metern Höhe, der Rotor misst 126 Meter, die Leistung wird – wie bei den Nachbaranlagen – mit 3,3 Megawatt angegeben.

Gegen drei weitere Windräder bei Groß Hilligsfeld hat die Bundeswehr Bedenken – weil sie in der Trainingsroute der Bückeburger Heeresflieger lägen. Beim Verwaltungsgericht Hannover war das Ruhen des Verfahrens beantragt worden, damit der Einwand in Ruhe geprüft werden kann. Hamelns Stadtverwaltung als Genehmigungsbehörde hat diesem Vorgehen zugestimmt.

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