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Bürgerinitiative will keine Windräder

Am Düth bläst starker Gegenwind

Rohrsen/Afferde. Würde die Stadt Hameln ihre Umfrage zur Bürgerzufriedenheit in naher Zukunft wiederholen, fiele das Ergebnis für Afferde und Rohrsen wohl deutlich negativer aus. Davon jedenfalls ist Rohrsens Ortsvorsteher Jobst Brüggemann (CDU) ebenso überzeugt wie Afferdes Ortsbürgermeisterin Ines Buddensiek (SPD). Und beide sehen dabei einen Großteil der Bürger hinter sich. Grund für die Missstimmung: die Ausweisung einer Fläche östlich von Rohrsen durch die Stadt Hameln für den möglichen Bau eines Windparks. Rund 700 Meter von Rohrsen oder Afferde entfernt dürften dann Windräder ohne Höhenbegrenzung gebaut werden können.

veröffentlicht am 25.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 22.04.2015 um 15:31 Uhr

Autor:

Christa Koch
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„Windkraft ja, aber mit Rücksicht auf Mensch und Natur“ – so lautet nun die zentrale Forderung einer Bürgerinitiative, die sich vor diesem Hintergrund gegründet hat und den bezeichnenden Namen „Gegenwind am Düth“ trägt. Die Initiative befürchtet negative Auswirkungen von Windrädern, darunter Schattenwurf, Lärmbelästigung und vor allem den Wertverlust ihrer Immobilien. Und zudem riskiere die Stadt, dass keine weiteren Grundstücke im Hottenbergsfeld verkauft werden könnten – „ein hoher wirtschaftlicher Verlust wäre die Folge“, heißt es.

Brüggemann fürchtet vor allem die Dimension der geplanten Anlagen. „Inzwischen sind Höhen von 200 Metern gängig. Das wäre fünfmal so hoch wie das Rathaus und würde alles in Hameln überragen“, sagt der Ortsvorsteher. Ines Buddensiek wird noch deutlicher. „Welche Auswirkungen ein solcher Windpark hätte, weiß man doch noch gar nicht.“ Und vor allem: Haverbeck/Halvestorf hätten sich eindeutig dagegen ausgesprochen, dass solche Anlagen in der Nähe ihrer Ortschaften gebaut würden. Bei Afferde aber sollten sie errichtet werden dürfen – „obwohl wir hier schon das Kraftwerk, die Biogasanlage, das Abbruchunternehmen Otto oder die jahrzehntelangen Belastungen durch die Briten im Düth haben. Das macht mich richtig bockig“, empört sich die Ortsbürgermeisterin, die andere Standorte wie etwa Helpensen für viel besser geeignet hält, zumal sicht dort Bauer Cord von Mengersen ausdrücklich für Windräder auf seinem Grund ausgesprochen hatte. Mehrere Hundert Unterschriften haben Buddensiek und ihr Stellvertreter Björn Lönnecker bereits gesammelt, mit denen sie ihre Kritik untermauern wollen.

Für Dienstag, 2. Juli, hat die Bürgerinitiative jedenfalls zu einer Informationsveranstaltung um 19 Uhr ins Dorfgemeinschaftshaus Rohrsen eingeladen. Denn zu spät, so glaubt der Ortsvorsteher, ist es noch nicht: Die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans liegt noch bis zum 17. Juli öffentlich aus. Zu den bis dahin vorgebrachten Bedenken muss die Verwaltung anschließend Stellung nehmen und Vorschläge für die Ratsgremien erarbeiten.

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