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21 Gebäude an Jahnstraße gekauft

Technische Akademie plant Wohncampus in der Nordstadt

Hameln. Die Technische Akademie (TA) expandiert. Das Bildungszentrum hat in der Nordstadt das gesamte Areal an der Jahnstraße gekauft. Das Gelände unweit der Linsingen-Kaserne umfasst insgesamt 21 Gebäude auf 18.000 Quadratmetern Fläche. Es soll mehr als 300 Studierenden Wohnraum für die Zeit ihres Aufenthalts in Hameln bieten.

veröffentlicht am 12.05.2016 um 11:17 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:14 Uhr

Technische Akademie Nordstadt Campus Hameln
Andrea-Tiedemann-Redakteurin-Lokales-Dewezet

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Andrea Tiedemann Reporterin zur Autorenseite

Lange hat die Technische Akademie (TA) gesucht, jetzt wurde sie fündig: Das Bildungszentrum hat mehrere leerstehende Wohnungen an der Jahnstraße gekauft. Der Vertrag mit dem bisherigen Eigentümer, laut TA eine „amerikanische Investment-Gesellschaft“, wurde bereits unterzeichnet. Vorausgegangen seien „längere Verhandlungen“. Wie viel die TA bezahlt hat, verrät sie nicht.
Bis zum Abzug im Jahr 2014 waren in den Wohnungen britische Soldaten und ihre Familien untergebracht. Nun ziehen dort Studenten ein. Künftig können mehr als 300 Studierende „in WG-Form“, wie TA-Geschäftsführer Frédéric Philipp Thiele sagt, unterkommen. Das Gelände in der Nordstadt unweit der Linsingen-Kaserne umfasst insgesamt 21 Gebäude auf 18 000 Quadratmetern Fläche.
Mit dem Ankauf geht die TA einen Weg, der eigentlich nicht geplant war. Noch im Dezember wurde die Variante, weitere Immobilien selbst anzukaufen, um an die Studierenden zu vermieten, verworfen. Doch der Druck, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisende, wachsende Studentenschar unterzubringen, war offenbar zu groß. Mehr als 4000 Studierende jährlich – zumeist Berufstätige mit Aufstiegsambitionen – bilden sich bei der TA weiter. Der Bedarf an komfortablen Unterkünften sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen, sagt Thiele.
Mit dem neuen Wohnangebot werde der größte TA-Standort in Hameln zusätzlich gestärkt; die TA ist auch in Hannover, Göttingen und Hildesheim vertreten. Bisher verfügte das Bildungszentrum in Hameln über 240 eigene Wohnungen. In der Nordstadt sollen nun 96 Wohneinheiten entstehen, aufgeteilt in Drei- und Vier-Personen-WGs. Dass die Jahnstraße von der Bahnhofstraße etwas entfern liegt, sei ein „Kompromiss“, so Thiele, da die Möglichkeiten in Hameln nun mal begrenzt seien. Die Jahnstraße sei aber verkehrsgünstig gut angebunden, direkt vor Ort gebe es Parkflächen und eine Bushaltestelle, die regelmäßig von drei Linien bedient werde. Bis zum Seminargebäude an der Bahnhofstraße seien es weniger als zehn Minuten.
Ist die räumliche Nähe zur Linsingen Kaserne, auf der die TA bereits im Jahr 2015 einen weiteren Standort errichten wollte, Zufall? Thiele hält sich bedeckt. Aufgrund des vielen „Hin und Her“ beim Thema Kaserne sei er es leid, darüber zu spekulieren, ob und wie eine Zukunft der TA dort aussehen könnte. „Linsingen ist eine große Unbekannte.“ Nur weil derzeit die Vorzeichen etwas positiver stünden – das Thema Erstaufnahmeeinrichtung ist in den Hintergrund gerückt –, laufe man nicht gleich los. Das grundsätzliche Interesse an einer Weiterentwicklung im Bereich der Linsingen-Kaserne hin zu einem Bildungscampus bleibe aber bestehen. Ursprünglich hatte die TA geplant, auf dem Linsingenquartier Wohn- und Seminarräume zu errichten. „Der Kauf in der Jahnstraße ändere das Anforderungsprofil für weitere Flächen“, sagt Thiele. Konkreter wird er nicht.
Zum Thema Unterbringung lässt Thiele durchblicken, dass der Ankauf zwar das Problem beim Wohnen in WG-Form gelöst habe, dennoch gebe es „offene Vakanzen in anderen Bereichen“. Denn nicht jeder, der an der TA eine Weiterbildung absolviert, möchte in dieser Art untergebracht werden. Die WG-Form sei vor allem für Studierende gedacht, die längere Zeit in Hameln bleiben. Längere Zeit, das bedeutet im Falle der TA „mehr als ein paar Wochen“. Die Aufenthaltsdauer der TA-Kunden variiert zwischen zwei Wochen und fünf Monaten. Für andere Kunden, die nur kurzfristig zum Beispiel übers Wochenende zur Weiterbildung nach Hameln kommen, seien unter Umständen Einzelapartments passender.
Obwohl die Gebäude und Grünflächen in einem ordentlichen Zustand seien, werde noch einiges in die Sanierung investiert, sagt Thiele. Man rechne damit, „beträchtliche Teile in einem halben Jahr“ nutzen zu können. Ob die Gebäude nur für die Unterbringung genutzt werden sollen, oder auch Seminarräume entstehen, dazu wollte er sich noch nicht konkret äußern. Man wolle die Wohnungen zunächst „so nutzen, wie sie sind“. Dennoch gebe es Ausbaupotenzial.

Technische Akademie Nordstadt Campus Hameln
  • Bei der Einrichtung der Wohnungen will die Technische Akademie sich an den Wohnungen an der Hafenstraße orientieren. FOTO: PR

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