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Der Weser ganz nah: Könnte Vorbild aus Siegen auch in Hameln zum Einsatz kommen?

Stufenweise ans Wasser

Hameln. Die Stadt und ihre Lage an der Weser – unzählige Male ist bereits über das große Potenzial dieser Verbindung diskutiert und geschrieben worden. Nun hat der Stadtverbandsvorsitzende der Grünen hat in der Facebook-Gruppe „Hameln Redet Mit“ eine Idee ins Spiel gebracht: eine Ufertreppe.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 17.05.2016 um 14:47 Uhr

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Autor:

Andrea Tiedemann und Andreas Timphaus

Einig sind sich eigentlich alle: Die Möglichkeiten, die sich in puncto Attraktivitätssteigerung bieten, sind bisher eher unzureichend genutzt worden. Die Stadt glaubt und hofft, dass die geplante Strandbar auf dem Gelände des Stockhofs eine „Initialzündung“ zur Belebung des Weserufers sein könnte. Doch müsste man nicht eigentlich noch näher an den Fluss herangehen, direkt an das Wasser?

Sven Kornfeld meint „Ja“. Der Stadtverbandsvorsitzende der Grünen hat in der Facebook-Gruppe „Hameln Redet Mit“ eine Idee ins Spiel gebracht: eine Ufertreppe. „Einfach ein Ort zum Verweilen am Wasser – gemeinschaftlich von jedem nutzbar–, der die Attraktivität des Weserufers und der dahinter liegenden Grünflächen erhöht. Ganz unkommerziell und für jeden zugänglich“, beschreibt er den Vorschlag. Zusätzlich könne eine kleine Rampe für einen barrierefreien Zugang sorgen.

Der Ursprung für Kornfelds Einfall liegt in Siegen. In der nordrhein-westfälischen Stadt werden seit einiger Zeit im Rahmen des Projekts „Siegen – Zu neuen Ufern“ große Teile der Innenstadt erneuert, darunter auch der Uferbereich der Sieg. Dort entsteht eine Stufenanlage, die bis hinunter zum Fluss führt. Im Juni sollen die Arbeiten beendet sein. Durchgehende Treppenstufen mit Sitzbänken aus Holz laden dann auf einer Länge von rund 180 Metern zum Verweilen und Spazieren ein. In der Nacht werden sie durch die integrierte Beleuchtung illuminiert.

Die Stufenanlage in Siegen kostet 2,21 Millionen Euro, teilt Mira Oerter aus dem Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit auf Anfrage mit. Die Investition werde zu einem Großteil aus einer Städtebauförderung finanziert. „80 Prozent der Kosten werden von Bund und Land übernommen. 20 Prozent der Kosten trägt die Universitätsstadt Siegen“, berichtet Oerter. Auch ein mögliches Hochwasserschutz-Szenario haben die Projektplaner in Siegen berücksichtigt. Das zeigte sich im Dezember des vergangenen Jahres, als der Fluss in Folge starker Regengüsse über die Ufer trat. Ein Teil der Stufenanlage und auch eine der Lichtleisten wurde überflutet. Projektleiter Thomas Griese gab damals Entwarnung. „Die Lichtleisten sind für den Unterwasserbetrieb gemacht und auch für die Stufen stellt das Hochwasser kein Problem dar“, sagte er.

Die Voraussetzungen für eine Ufertreppe zwischen Hotel Stadt Hameln und Fähranleger scheinen gegeben. Bereits jetzt führt eine Steintreppe zum Wasser hinab. Sie ist jedoch in die Jahre gekommen, mit Moos und Unkraut bewachsen und wird kaum genutzt. Zudem fällt die Treppe relativ steil ab und verfügt nur über kleine Stufen, die ein entspanntes Zurücklehnen eher ausschließen. Eine flachere, moderne Lösung könnte das Areal wieder mit Leben erfüllen. Zudem würde sie einen richtigen Zugang zum Wasser schaffen und damit die „Strandbar-Idee“ im oberen Bereich abrunden.

Und was sagt die Stadt Hameln dazu? „Wir bedanken uns für den Hinweis. Jede Idee ist hilfreich“, erklärt ein Stadtsprecher und verweist auf das „Integrierte städtische Entwicklungs- und Handlungskonzept“, das 2007 im Zuge der Fußgängerzonensanierung erstellt wurde und in dem bereits Vorschläge genannt worden seien. „Zudem wird das Thema weiter im Rahmen von ‚Hameln 2030‘ diskutiert werden.“

Das Fazit: Eine Stufenanlage nach Siegener Vorbild würde – auch in Verbindung mit der geplanten Strandbar – das Weserufer in jedem Fall aufwerten. Auch der Schutz vor Hochwasser scheint gegeben zu sein. Einzig die Kostenfrage stellt ein großes „Aber“ dar. Selbst wenn an der Weser keine 180 Meter lange Stufenanlage möglich wäre – einen Millionenbetrag könnte die Stadt angesichts einer leeren Kasse nicht allein stemmen. Es bedürfte wie im Fall Siegens einer städtebaulichen Förderung.

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