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Sozialkaufhaus in der Hummenstraße schließt

„Sind auf Kosten sitzengeblieben“

HAMELN.Seit Jahren gibt es das Sozialkaufhaus in der Hummenstraße. Gegenüber dem Pfannekuchenhaus wurden dort gespendete Gegenstände günstig weiterverkauft. Doch nun muss der Laden schließen - zu Ende August wird das Objekt geräumt.

veröffentlicht am 31.05.2016 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 06.06.2016 um 18:34 Uhr

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Autor:

von Andrea Tiedemann

Es ist ein bisschen versteckt, das Sozialkaufhaus in der Hummenstraße. Der Verein „Alle Gemeinsam“, der seit vier Jahren besteht, kauft in dem Laden gespendete Gegenstände günstig weiter. Nun steht das Projekt vor dem Aus. Der Verein hat beschlossen, dass der Vereinsshop zu Ende August geschlossen wird. Was ist passiert? Lutz Brockmann, Vereinsvorsitzender, erklärt, dass der Laden nicht mehr finanziert werden könne. „Wir sind auf Kosten sitzen geblieben.“ Der Verein betreibt nämlich nicht nur den Shop, sondern bietet auch Hilfeleistungen für bedürftige Menschen an – für einen „Notumzug“ habe der Verein einen Umzugswagen angemietet; auf der Rechnung blieb der Verein allein sitzen. „Das Geld ist nicht mehr zu holen.“ 500 Euro Warmmiete zahlt der Verein für die Räume des Shops, bisher sei es immer gut gelaufen. Doch der finanzielle Puffer des Vereins ist nicht groß. Um die 60 Mitglieder tragen den Verein, von den Beiträgen und Verkaufserlösen bleibe am Ende des Monats nicht viel übrig, so Brockmann. Zuschüsse von Stadt und Landkreis gebe es nicht, auch hat der Verein bisher keine Sponsoren.

Doch auch wenn der Shop geschlossen werden muss, soll der Verein weiter bestehen bleiben. Vereinstreffen finden alle acht bis 12 Wochen im Kulturzentrum Regenbogen statt. Zudem soll neben dem Facebook-Auftritt ein telefonischer Kontakt eingerichtet werden. „Falls Leute in Not uns brauchen.“ Es sei schade, dass der Shop nun schließen müsse, sagt Brockmann – denn bisher sei er gut gelaufen. „Das spricht sich rum.“ Bereits 2013 zog der Verein dort ein, 2014 gab es einen Umbau samt Neueröffnung. Auf 100 Quadratmetern waren Hausrat, Kleidung und Gegenstände des täglichen Bedarfs zu finden, unten der Shop, in der oberen Etage Lagerraum. Schon damals hatte Brockmann den Wunsch, den Shop zu vergrößern und war auf der Suche nach einem zweiten Standort. Das allerdings war schwieriger als gedacht, Brockmann vermutete, dass ein Sozialkaufhaus eben doch nicht jedem Vermieter angenehm sei. Dennoch will er sich von der Shop-Idee nicht ganz trennen. Das sei alles noch in der Schwebe, so der Vorsitzende, aber man spiele noch mit dem Gedanken, später ein neues, größeres Domizil für einen Shop anzumieten.

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