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Die ersten kleinen Schritte sind gemacht

Neues Leben für die Promenade?

Hameln. Schon seit Jahren steht die Überlegung im Raum, die Uferpromenade einer Verjüngungskur zu unterziehen. Der Vorwurf, die Stadt würde aus der Promenade nichts machen, ist bereits wesentlich älter. Ideen gibt es viele, finanzielle Mittel hingegen weniger.

veröffentlicht am 13.04.2016 um 12:35 Uhr
aktualisiert am 11.05.2016 um 12:53 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller

Altmodisch und in die Jahre gekommen. Das kommt Renate Schmidt in den Sinn, wenn sie an die Weserpromenade denkt. Häufig würde sie dort spazieren gehen und jedes Mal würde sie das Gleiche empfinden: „Die Promenade ist wirklich nicht einladend.“

Schon seit Jahren steht die Überlegung im Raum, die Uferpromenade einer Verjüngungskur zu unterziehen. Der Vorwurf, die Stadt würde aus der Promenade nichts machen, ist bereits wesentlich älter. Ideen gibt es viele, finanzielle Mittel hingegen weniger. Um die Wiederbelebung der Promenade in Gang zu bringen und herauszufinden, was die Bürger sich wünschen, hatte die Stadt die Aktion „Hameln 2030“ ins Leben gerufen. In Vorträgen, Diskussionsrunden und Bürgerbeteiligungsveranstaltungen soll zusammengertragen werden, wie Teile der Stadt neu belebt werden können. Auch die Promenade ist dabei ein Thema.

Für die hat Schmidt einige Vorschläge. „Es müsste doch nichts Teures sein. Wenn ich höre, dass für das Schulzentrum Nord 30 Millionen ausgegeben werden, ist das letztendlich doch nur eine Kleinigkeit“, sagt Schmidt. Ihrer Meinung nach müsse man auch mal in den alten Bestand investieren und nicht nur neu bauen.

Mit ihren Anregungen für die Neuauflage der Promenade hatte Schmidt sich an die Kümmerer der Dewezet gewendet. Sie verstehe nicht, wie die Stadt die Promenade so verkommen lassen kann – richtig schäbig würde es an manchen Stellen aussehen. „Zum Beispiel die Sitzmöbel könnte man erneuern. Die sind so kaputt, da zerreißt man sich ja die Kleidung“, meint Schmidt. Dazu kann die Stadt schon eine erste Info geben. Denn bis Juni sollen alle Bänke im Bereich der Promenade erneuert worden sein. „Wir sind derzeit dabei, die Bänke wieder herzurichten“, erklärt eine Sprecherin der Stadt. Es würde sich um insgesamt 34 Bänke á vier Sitze handeln.

Innerhalb der Vortragsreihe Hameln 2030 hatte sich bereits Irene Lohaus, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, mit dem verschenkten Potenzial der Promenade beschäftigt (wir berichteten). Hameln habe sich den Blick und den Zugang zum Wasser selbst verbaut. „Man sieht das Wasser immer nur von oben. Richtig ran kommt man eigentlich an keiner Stelle“, so Lohaus bei ihrem Vortrag im März.

Sie stellt der Stadt verschiedene Ideen vor, wie das Ufer innerhalb der Stadt wiederbelegt werden könnte und spricht von Badestellen, einem kleinen Rundwanderweg und einem Abenteuerspielplatz für Kinder. Dieser könnte einen direkten Bezug zum Wasser haben. „Immerhin liegt er direkt an der Weser“, sagt Lohaus. Dem jetzigen Spielplatz würde dieser Bezug vollkommen fehlen. Auch ein Holzdeck oder Rasenstufen am Wasser könne sie sich für Hameln vorstellen. Zwar gibt es auch die an der Rattenfängerhalle schon, doch seien sie kaum zu sehen und auch wenig einladend.

Alles in allem spricht Lohaus davon, dass der direkte Flusszugang, den man an der Promenade verwirklichen könnte, vollkommen verschenkt werde. Aus der Promenade könnte ihrer Meinung nach also wesentlich mehr gemacht werden. Die Strandbar, über die derzeit noch immer diskutiert wird, könnte ein erster Anfang sein.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Dewezet sich dem Thema Weservisionen gewidmet. Schon damals wurden viele Ideen für eine attraktive Promenade vorgestellt. Auch bei der Stadt liegen schon seit längerer Zeit Pläne und Ideen auf den Tischen, wie eine attraktive Promenade ins Leben gerufen werden kann.

Im Rahmen der Dewezet Weservisionen sprach sich Jörg Menze, Geschäftsführer der „Flotte Weser“ zum Beispiel für kleine Fischerboote aus Holz aus, in denen Händler an der Promenade Souvenirs an die Touristen verkaufen könnten. Vielleicht könnte auch ein kleiner Imbisswagen oder ein Kiosk an dieser Stelle untergebracht werden. Der Wille, die Promenade wiederzubeleben, ist also durchaus da.

Auch der Weserradweg – eigentlich ein beliebtes Vorzeigeprojekt der Stadt – sei derzeit nicht immer sinnvoll durchdacht, erklärt Irene Lohaus. Dass der Radweg im Bereich der Jugendherberge nicht weiter an der Weser entlangführe, sondern zur Fischbecker Landstraße geleitet werde, sei „umständlich“. Seit Jahren kommt immer auch die Kritik auf, dass die Beschilderung des Radweges nicht eindeutig genug ist.

Kritik gibt es auch an den zum Teil beschädigten Güterwaggons am Hafen. Sie würden nicht nur den Weg zum Wasser versperren sondern auch keinen sonderlich schönen Anblick bieten. Auch Schmidt meint, dass die Waggons „schrecklich“ seien. Stadtplanerin Lohaus schlägt daher vor, mit dem Besitzer der Waggons in Verhandlung zu treten und vielleicht Übernachtungsmöglichkeiten in den renovierten Waggons anzubieten. „Direkt am Wasser ist das etwas Besonderes“, sagt Lohaus.

Info: Beachbar an der Jugendherberge?

„Warum eigentlich nicht dort?“, fragt ein Leser – schließlich sei der Standort dort ja viel besser. Das Ufer flacher als am Stockhof, der Sonneneinfall länger, Parkmöglichkeiten gebe es im Rondell. Doch die Stadt hat sich auf den Bereich Stockhof eingeschossen, schön zentral soll es eben sein. Und auch die Jugendherberge selber ist von der Idee nicht überzeugt. Die Wiese werde gebraucht, damit die Kinder dort Fußball spielen können. Außerdem sei es nicht gerade passend, wenn Schulklassen im Haus seien und alkoholisierte oder lärmende Gäste sich am Ufer aufhielten.

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