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Treffen mit Elternvertretern geplant

Neue Schulbezirke: Eltern ärgern sich über mangelnde Infos

HAMELN. Da hat die Stadt Hameln die Rechnung ohne die Eltern gemacht: Der Plan, Grundschulbezirke neu zu ordnen, stößt auf Widerstand. Ziel war, die Anzahl der Schüler besser zu verteilen. Die Pläne erhalten aber von anderer Seite auch Lob.

veröffentlicht am 13.02.2017 um 10:32 Uhr
aktualisiert am 13.02.2017 um 20:19 Uhr

Vor allem die Grundschule Hohes Feld möchte die Stadtverwaltung entlastet sehen. Dort gehen viel mehr Schüler hin als einst vorgesehen. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

„Eiskalt erwischt“ habe sie die Nachricht von den Plänen der Stadtverwaltung, schreibt Claire Widmer, Mutter von drei Kindern. Das Vorhaben der Stadt, die Grundschulbezirke neu zu ordnen, würde zwei von ihnen treffen. Ihre Schulwege würden dann „dreimal so lang“, als sie es wären, wenn das Ziel – wie beim ersten Sohn – Pestalozzischule hieße. Nach den Plänen der Stadt müssten die zwei jüngeren Kinder zur Papenschule gehen. Neben Familie Widmer wurden offenbar auch andere Eltern von dem Dewezet-Artikel, vom 6. Februar, überrascht.

Im zuständigen Schulausschuss vergangene Woche sollten die neuen Pläne vorgestellt werden – sprich: Kinder aus welchen Straßen, die ab Sommer 2018 eingeschult werden, gehen künftig zu welcher Grundschule? Betroffen sind vor allem die Grundschulen Hohes Feld, Pestalozzi, Papenschule, Basbergschule, Wilhelm-Raabe-Schule. Verschiebungen gibt es nach den Plänen vor allem von der Grundschule Hohes Feld zur Pestalozzischule und von dort zur Papenschule. Doch das Thema wurde vonder Tagesordnung genommen, weil Eltern offenbar noch Informationsbedarf haben.

In der Kritik steht nach Ausführungen des Vorsitzenden des Stadtelternrates, Dr. Volker Schöpe, weniger die Stadtverwaltung als der Informationsfluss an die Eltern seitens der Schulen und Elternsprecher. Die Verwaltung habe sich „da wirklich Mühe gegeben“ und „wirklich Gedanken gemacht, sagt Schöpe, „die Pläne machen schon Sinn“. Vielleicht, schränkt er ein, gebe es bei einigen etwas Korrekturbedarf.

Auch Uwe Wilhelms-Feuerhake, Leiter der Pestalozzi-Schule, stimmt dem zu. Die Pläne der Stadt seien nachvollziehbar, und „wir können alle mit den neuen Einzugsgebieten leben“, sagt er über das Einverständnis der fünf betroffenen Schulleiter, die von der Stadtverwaltung in die Pläne eingeweiht waren. Er selbst habe seine Elternsprecher zwar informiert. Dass offenbar aber noch nicht alle Eltern diese Infos auch kannten, sieht er unkritisch. Vor allem seien ja jene Eltern betroffen, die „noch gar nicht im Anmeldeverfahren sind“, erklärt er zur Informationsweitergabe. Und für die, die bereits Kinder an der einen oder anderen Schule haben, werde es auch weiterhin Ausnahmeregelungen für weitere Kinder geben können. Ob das dann auch für die zwei jüngeren Kinder der Familie Widmer greift, ist ungewiss: Der große Sohn wird bei der Einschulung des zweiten Kindes schon zur weiterführenden Schule gehen. Für einige Eltern könnte die Neuordnung der Grundschulbezirke zwar Veränderungen nach sich ziehen, doch „solche Verschiebungen hat es schon immer mal gegeben“, sagt Wilhelms-Feuerhake. In diesem Fall sehe er das als „nicht problematisch“, auch vor dem Hintergrund, dass „die Stadt sich viele Gedanken darüber gemacht hat“. Der Grundsatz, dass der Weg zur Grundschule kürzer als zwei Kilometer ist, sei beispielsweise immer berücksichtigt worden.

Bei aller Zustimmung zu den Plänen soll in Kürze trotzdem noch ein Treffen zwischen Verwaltung, Schulleitern und Elternvertretern stattfinden, um die neuen Zuschnitte der Grundschulbezirke zu erläutern. „Wenn es dann keine Einwände gibt, geht diese Vorlage am 1. März in den Verwaltungsausschuss und am 15. März. in den Rat zur Abstimmung“, heißt es aus dem Rathaus. Dass jetzt weitere Gespräche stattfinden, werten Eltern wie Claire Widmer als „wichtigen Erfolg“.

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