weather-image
Bürgergarten, Rathausplatz oder Linsingen-Kaserne - die Suche nach dem idealen Standort

Hier könnte das neue Rathaus stehen

Hameln. Wo könnte ein Rathaus, wenn man es neu bauen würde, stehen? Darüber wird derzeit diskutiert. Infrage kommt neben der Linsingen Kaserne auch der Rathausplatz, wo sonst der Wochenmarkt stattfindet, sowie der Rasen des Bürgergartens und eine Fläche am Rande des Gartens, direkt am 164er Ring.

veröffentlicht am 10.05.2016 um 17:36 Uhr
aktualisiert am 23.05.2016 um 10:18 Uhr

270_008_7869010_hm105_Buergergarten_Dana_1105.jpg

Autor:

von andrea tiedemann

Im Bürgergarten ist so einiges verboten: Grillen, Zelten, laute Musik. Eins aber offenbar nicht: ein Rathaus zu bauen. Denn darüber wird aktuell diskutiert. Die Verwaltung hatte durch ein externes Unternehmen untersuchen lassen, wie wirtschaftlich es wäre, das alte Rathaus zu sanieren oder ein neues Gebäude zu errichten. Das Ergebnis: Ein Neubau an anderer Stelle wäre die beste Variante. Denn Sanierung sei mit einem viel höheren Risiko verbunden und damit unwirtschaftlicher, so die Berater der Sikma GmbH.

Doch wo könnte das neue Rathaus stehen? Zentral muss es sein, darüber besteht Einigkeit, und es muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Doch alternative innenstadtnahe Grundstücke, die infrage kämen, seien „derzeit kaum vorhanden“, so die Stadt. Daher wurden drei Neubau-Varianten im Bereich Bürgergarten/Rathausplatz sowie ein Neubau auf der Linsingen Kaserne untersucht. Es soll auch noch geprüft werden, ob und inwiefern man das Hochzeitshaus miteinbeziehen könnte. Am Ende hat die Politik die Qual der Wahl. Baustart könnte frühestens 2019 sein.

Hier eine kurze Übersicht, was für und gegen die einzelnen Standorte spricht:

270_008_7869038_hm103_Buergergarten_Dana_1105.jpg
  • Rathaus statt Wienerwald? Ein lang gestrecktes Gebäude könnte am Rande zum 164er Ring stehen. FOTO: DANA
270_008_7869011_hm106_Rathausplatz_Dana_1105.jpg
  • Mittendrin? Das Rathaus könnte auch direkt auf dem Rathausplatz stehen. FOTO: DANA

Variante Neubau auf dem Bürgergarten-Rasen: Das spricht dafür: Das Rathaus läge weiterhin sehr zentral, die Verbindung zum Wochenmarkt bliebe erhalten. Die Bauphase wird als einfach eingeschätzt, eine Zwischenlösung wäre dafür nicht nötig. Stauden und Gehölze können weitgehend erhalten bleiben, ebenso die Tiefgarage. Hinzu kommt, dass der bisherige Standort gut wieder vermarktet werden könnte.

Das spricht dagegen: Wird das Rathaus auf dem Rasen platziert, fällt Freizeit- und Erholungsfläche für Bürger weg – für Bouleturniere, spielende Kinder und ein kleiner „Fernblick“ wäre es dann wohl zu eng.

Variante Neubau direkt auf dem Rathausplatz: Das spricht dafür: Zentral gelegen, wäre das Rathaus ebenfalls gut erreichbar. Nach der Bauphase gäbe es auch wieder eine direkte Verbindung zum Wochenmarkt.

Das spricht dagegen: Die Bauphase wird als schwierig eingeschätzt. Denn man müsste das Rathaus quasi auf der darunterliegenden Tiefgarage gründen. Der Wochenmarkt müsste währenddessen verlegt werden. Zudem fiele die öffentliche Parkplatzfläche für bestimmte Feiertage weg. Die Nutzfläche sei in dieser Variante kaum unterzubringen, umliegende Gebäude würden „bedrängt“. Bei dieser Variante müssten mindestens fünf bis sechs Geschosse gebaut werden. Zudem gebe es für den bisherigen Standort keine Nachnutzung.

Variante Neubau am Rande des Bürgergartens direkt am 164er Ring: Das spricht dafür: Würde am Rand des Bürgergartens, direkt am 164er Ring, gebaut, wäre die Bauphase gut zu bewältigen; Zwischenlösungen wären nicht nötig. Die Tiefgarage bliebe erhalten und der bisherige Standort könnte vermarktet werden. Das Rathaus wäre zwar immer noch gut erreichbar, allerdings nicht ganz so nah an der Tiefgarage wie bei Variante 1 und 2. Bei dieser Bauform müssten zudem zwei Eingänge geschaffen werden – das kann Vor- und Nachteile haben.

Das spricht dagegen: Ein kleiner Teil der Rasenfläche ginge verloren. Zudem wäre ein Bau an dieser Stelle nur möglich, wenn man Stauden und Gehölze auf dieser Seite des Bürgergartens stark reduziert.

Variante Neubau im Linsingenquartier: Das spricht dafür: Würde das Rathaus auf der Linsingen Kaserne errichtet, wäre das ebenfalls einfach zu handhaben – auch hier ist eine Zwischenlösung nicht nötig. Die Stellplätze wären in diesem Fall ebenerdig. Der bisherige Standort könnte vermarktet werden. Zudem könnte sich eine Art Verwaltungszentrum mit Nähe zu Landkreis, Finanz- und Arbeitsverwaltung herausbilden.

Das spricht dagegen: Die Erreichbarkeit ist bei diesem Standort etwas schlechter, auch gibt es keine Verbindung zum Wochenmarkt. Die Stadt sieht die Kaserne aber noch als „gut“ an das Stadtzentrum angebunden. Das Hauptproblem aber: Es könnte schwierig werden, das Rathaus mit dem Bildungscampus unter einen Hut zu bringen.

Und wie groß darf das neue Rathaus werden? Um das vorhandene Personal unterzubringen, werde eine Nutzfläche von rund 5700 Quadratmetern gebraucht – so die Berechnung der Verwaltung. Im alten Rathaus stehen 4900 Quadratmeter zur Verfügung – es fehlen vor allem Serviceräume, Besprechungsräume, Wartezonen, Druckerräume sowie Teeküchen. Zudem sei das alte Rathaus in vielen Bereichen nicht barrierefrei, betont die Verwaltung.

Hat die Politik entschieden, wo gebaut werden soll, kann die Verwaltung Planung, Bau und Zwischenfinanzierung des Rathauses europaweit ausschreiben. Von den externen Beratern empfohlen wurde nämlich, nicht selber zu bauen, sondern einen privaten Investor zu finden, der das neue Rathaus errichtet.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare