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Sechs Monate nach dem Start von „Sumpfe 2.0“ – eine Zwischenbilanz

Die Leute da abholen, wo sie sind

Hameln. Eine neue Website, neue Party-Modelle, neue Kulturangebote – das alles und mehr hatte die Sumpfblume im Namen ihres Projekts „Sumpfe 2.0“ angekündigt. Das ist jetzt ein gutes halbes Jahr her. Zeit für eine Zwischenbilanz.

veröffentlicht am 29.03.2016 um 09:28 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:05 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Wer sich regelmäßig darüber informiert, was in der Sumpfblume gerade los ist, hat es schon bemerkt: Seit Januar gibt es ein neues Programmheft. Es ist jetzt auf Ökopapier gedruckt. Die Farben sind auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt worden. Gedruckt wird das Heft in einer Umweltdruckerei in Langenhagen.

„Wir wollen keine

Generation ausschließen“

Wer sich jedoch vorzugsweise auf der Website der Sumpfblume über ihre Angebote informiert, weiß: Dort hat sich noch nichts verändert. Die Seite ist noch genauso langsam und unübersichtlich wie ehedem. „Die Website ist noch in Arbeit“, sagt Meier. Spätestens Ende April soll die neue Seite aber online gehen. Sie soll „sehr viel übersichtlicher und freundlicher“ werden. Nutzer werden die Möglichkeit haben, Beiträge zu kommentieren. Für Smartphones und Tablets wird es eine mobile Ansicht geben.

Bei Facebook verfügt die Sumpfblume gleich über zwei Seiten. Unfreiwilligerweise. Die eine, ältere Seite hat knapp 4000 Likes. Aber aber auf sie hat die Sumpfblume keinen Zugriff mehr. „Und keiner weiß mehr, wer die Seite mal angelegt hat“, so Meier. Die andere, also die neue Seite, hat gerade mal etwas über 500 Likes. Auch in dem sozialen Netzwerk wolle die Sumpfblume künftig aktiver werden, zum Beispiel in Form von Gewinnspielen.

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  • Linda Meier

Meier sei sich über das „Zeitalter der Digitalisierung“ und dessen Bedeutung im Klaren. „Die Treffpunkte draußen sind heute weniger nötig. Man kann sich doch alleine zu Hause bei Whatsapp und anderswo mit anderen austauschen, ohne sich allein zu fühlen“, befindet sie. Deshalb wolle Meier die Leute da abholen, wo sie sind: im Internet. So gibt es im Juni im Rahmen des im Februar angelaufenen Projektes „Level 1-5 – Junge Kunst im Sumpf“ beispielsweise eine Computerspiel-Performance der Theatergruppe „Machina Ex“.

Bei den Disco-Abenden, den Partys, ist die größte Veränderung, dass es das Format „TPFKAÜ30“, eine Ü 30-Party, nicht mehr gibt. „Wir wollen keine Generation ausschließen“, begründet Meier den Entschluss. Künftig werde es wechselnde Partys mit wechselnden DJs geben. „Dabei werden auch die Mitarbeiter selbst auflegen und den Saal dekorieren“, kündigt Meier an. Das bislang erste neue Disko-Format ist die „Countdown-Party“, bei der für jeweils eine halbe Stunde eine bestimmte Musikrichtung gespielt wird. Generell verzeichne die Sumpfblume aber schon jetzt wieder „mehr Zulauf“ bei den Disko-Abenden.

Künftig sollen Veranstaltungen mehr ineinander übergehen. So wird im Café ab April das Gewinnspiel „Bingo“ stattfinden. Ein Ergebnis der im Rahmen von „Sumpfe 2.0“ erfolgten Umfrage unter den Gästen. Neben vielen Partywünschen habe sich auch eine große Nachfrage nach Gesellschaftsspielen abgezeichnet – wie eben Bingo. Das Quiz soll samstags vor der Disko stattfinden, sodass die Bingo-Spieler nach dem Spiel noch tanzen gehen können. Auch eine After-Show-Party nach dem Auftritt von Christian Steiffen sei geplant. Bei den Öffnungszeiten des Cafés – derzeit montags bis samstags von 16 Uhr bis Open End, sonntags ab 10 Uhr – handele es sich noch um die Winteröffnungszeiten. Die Sommeröffnungszeiten stünden noch nicht fest. Klar sei aber, dass Kultur und Gastronomie stärker miteinander verknüpft werden sollen. Meier verweist auf neue Veranstaltungen wie „Sunday Surprise“, bei der Musiker im Café kleine kostenlose Konzerte spielen, oder eben auf Bingo.

Ein weiteres Ziel von „Sumpfe 2.0“ war es, mehr Studenten der benachbarten Hochschule Weserbergland zu locken. Dafür wurde eine Umfrage unter den Studenten gestartet, bei der es um Ideen und Wünsche ging. In der Konsequenz wird in der Sumpfe jetzt etwa das Sammelkartenspiel „Magic“ gespielt. Und die Partys der Hochschule, die bislang als geschlossene Veranstaltung in der Sumpfe stattfanden, sind künftig für jedermann zugänglich.

Ein Novum sind Kulturtickets, die die Sumpfblume an Bedürftige von der Tafel vergibt. „Vier haben wir schon vergeben“, sagt Meier. Schließlich sei es wichtig, dass das soziokulturelle Zentrum seinem Auftrag nachkomme und alle Menschen anspreche.

Neu sind auch einige Marketingartikel: ein Jute-Beutel, Postkarten und Magneten etwa, versehen mit dem neuen Logo der Sumpfblume. Weitere Artikel seien in Planung.

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