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Hallenbad am Einsiedlerbach soll dafür Außenbecken erhalten

Das Südbad steht auf der Kippe

Hameln. Über die Zukunft der Hamelner Bäder wird schon lange gesprochen. Aus drei werden wohl über kurz oder lang zwei werden - das Südbad könnte bald Geschichte sein. Zu groß ist der Sanierungsstau. Dafür soll nach Plänen der Stadt das Hallenbad am Einsiedlerbach aufgehübscht werden und ein Außenbecken erhalten.

veröffentlicht am 08.04.2016 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Wie viele Sommer erlebt das Hamelner Südbad noch? Allzu viele dürfte es nach derzeitigem Stand nicht mehr werden, wie im Dewezet-Gespräch mit Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) deutlich wird.

Über die Zukunft der Hamelner Bäder wird schon lange gesprochen. Immer spätestens dann, wenn es um die Finanzpläne der Stadt geht: 1,42 Millionen Euro Zuschuss benötigten die drei städtischen Bäder Südbad, Hallenbad und Waldbad Unsen im vergangenen Jahr, 1,33 Millionen sind für dieses eingeplant. Ein Dauerdefizit, das in der finanziell gebeutelten Stadt graue Haare wachsen lässt. Doch zuletzt kam Bewegung in das Thema. Die Gründung einer Bäder GmbH steht an. Einschneidende Veränderungen kommen über kurz oder lang aber auch auf die Badegäste zu.

Der Plan steht bereit seit dem vergangenen Herbst: Das Hallenbad am Einsiedlerbach wird aufgehübscht – „ertüchtigt“, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Konkret bedeutet das vor allem eins: „Ein Außenbecken soll angelegt werden“, sagt Griese. Größe und Ausgestaltung dieses Beckens seien jedoch noch eine offene Frage.

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  • Aus drei Hamelner Bädern werden wohl über kurz oder lang Zeit zwei: Das Südbad dürfte eines Tages geschlossen werden, wenn das Hallenbad am Einsiedlerbach (unten) mit einem Außenbecken aufgerüstet wurde. Fotos: Dana

Der Verwaltungschef setzt jedoch in jedem Fall auf eine Schwimmgelegenheit für Winter wie Sommer. Das würde sich gut in diesen Teil der Stadt fügen, findet Griese: „Wir bauen dort das Schulzentrum Nord für 30 Millionen aus“, sagt Griese. Hinzu kommt der Bildungscampus, der nach Grieses Hoffnung bald auf dem Areal der Linsingen-Kaserne entstehen soll. „Da passt ein Ganzjahresbad.“ Noch offen ist für Griese, ob das Bad am Einsiedlerbach neben dem Außenbecken auch noch „weitere Module“ erhalten könnte, „wie einen Saunabereich.“

Auch die Zukunft des Waldbades Sünteltal in Unsen steht für Griese nicht in Frage. Dies bleibe als Familienbad „definitiv erhalten“, sagt er. Frage sei hier aber, ob sich die Busverbindungen ins Sünteltal verbessern ließen, „damit man auch in den Sommermonaten schneller zum Waldbad kommen kann“.

So richtet sich der Blick auf Bad Nummer drei – und damit auf das größte Fragezeichen: „Wie lange das Südbad noch am Netz bleibt, ist noch nicht klar“, sagt Griese. Ein Faktor sei der „Sanierungsstau“ im Hamelner Freibad, ein anderer die Tatsache, dass das Südbad mit einer Kombination aus Hallen- und Freibad am Einsiedlerbach und einem weiteren Freibad im Ortsteil Unsen aus städtischer Sicht entbehrlich würde. Will offenbar sagen: Drohen im Südbad größere Investitionen, ist sein Ende nah.

Abschließend geklärt ist beim Thema Bäder jedoch noch nichts. Entscheiden muss der Hamelner Rat. Griese hofft auf Antworten bis zur Sommerpause.

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