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Mehr als 500 nehmen an Dialogwerkstatt teil

„Hameln 2030“: Wie soll sich die Stadt verändern?

HAMELN. Wie soll unsere Stadt im Jahr 2030 aussehen? Das ist die Leitfrage des Zukunftsprojektes „Hameln 2030“. Mehr als 500 Hamelner haben sich darüber am Samstag im Weserberglandzentrum Gedanken gemacht und sie zu Papier gebracht.

veröffentlicht am 22.01.2017 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 13.06.2017 um 11:40 Uhr

In Gruppen sammelten und diskutierten die Teilnehmer ihre Ideen. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter

Das Zukunftsprojektes „Hameln 2030“ ging jetzt mit einer zweitägigen „Dialogwerkstatt“ in die dritte Runde. Vorausgegangen waren in 2016 Vorträge, Expertenrunden und ein „Stadtcheck“, bei dem 2239 Bürgerbeiträge in 105 Projekten formuliert wurden. „Auf dieser Grundlage haben wir jetzt sieben Gruppen gebildet, in denen in dieser zweiten Bürgerbeteiligung die einzelnen Themen diskutiert werden“, erklärt Projekt-Sprecherin Gesa Snell.

Hamelns Bezug zum Wasser stärken, eine Stadt für junge Leute schaffen, die Wirtschaft zukunftsfähig aufstellen, Hameln als Sportstadt, als Stadt mit Alternativen zum Autoverkehr und mit der Region vernetzt sowie als familienfreundliche Stadt definieren, so die Hauptthemen. In wechselnden Gruppen in jeweils drei zweistündigen Durchgängen wurde im Weserberglandzentrum diskutiert. Auch am Tisch von Doris Zinnreder. „Wir haben acht Karten bekommen, durften zwei auswählen und dann die Gedanken zu den Themen vorstellen“, erklärt die beim DRK für die Flüchtlingsarbeit zuständige Hamelnerin das von der Hamburger Agentur „Urbanista“ entwickelte Verfahren. Themen wie „Pendler“, „eine neue Uni“, „neue Wohnformen“ oder „Migrationsarbeit“ heizten die Stimmung in der Gruppe an. Schnell füllten sich die Flipcharts mit Gedanken und Vorschlägen, und auf dem Tisch wuchsen „Prioritätswürfel“ in die Höhe.

Der Dialogwerkstatt am Samstag waren ein Vortragsabend sowie eine „Kinder- und Jugendwerkstatt“ vorausgegangen. Snell: „Wir haben uns ganz besonders über die Teilnahme von 42 Jugendlichen aus der Klüt- und der Schillerschule, vom Vikilu und der Kielhornschule gefreut.“

Besondere Bedeutung für die Dialogwerkstatt kommt auch den Zuwanderern zu. 26 Migranten und Flüchtlinge aus der Türkei, dem Libanon, Syrien, Rumänien und Albanien sowie dem Irak hatten sich zu einer „Zuwandererwerkstatt“ zusammengetan. „Zuwanderer sind die künftigen Bürger der Stadt“, stellt auch Integrationsmanagerin Suna Baris fest. Während sich die ehemalige „Gastarbeiter“-Generation dabei vor allem um Gesundheitsvorsorge und Wohnen kümmere, stünden für die Neubürger Themen wie Teilhabe oder Familienpolitik im Vordergrund.

Hamelns Kinder sehen zuversichtlich in die Zukunft. Snell: „Sie trauen der Stadt eine Menge zu und erwarten positive Entwicklungen; sie denken solidarisch, wollen den Autoverkehr verbannt sehen und wünschen sich mehr Gestaltung am Wasser.“ Von einer „glücklichen Kindheit in Hameln“ sprechen auch viele Jugendliche. Sie empfinden die Stadt als „Metropole an der Weser“, wollen nach dem Studium mit ihren Kindern gerne wiederkommen. Einen Nachtbus, der sie abends in die Ortschaften bringe, müsse es dann aber geben.

Migranten der zweiten Generation, so das Ergebnis der Zuwandererwerkstatt, geht es vor allem um Arbeitsplätze, Wohnraum und ein sicheres Leben. Ihre Botschaft ist klar: „Wenn ihr für die Stadt werbt, werbt auch mit uns. Wir gehören zu dieser Stadt und geben ihr ein besonderes Gepräge.“

Eine Botschaft, die auch Oberbürgermeister Claudio Griese gerne vernahm. „Die Ergebnisse werden jetzt von der Verwaltung hinsichtlich Zuständigkeiten und Realisierungsmöglichkeiten geprüft.“ Im Sommer werde es dazu dann nach einer Schlussveranstaltung eine entsprechende Ratsvorlage geben.

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