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In Sachen Naherholung könnte an der Weser wesentlich mehr passieren

Hameln 2030: Der Stadt fehlt der Zugang zum Wasser

veröffentlicht am 17.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.06.2017 um 10:09 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller

Hameln. Der Stadt fehlt der Zugang zum Wasser. Diese in Hameln häufig gehörte Kritik bestätigt Irene Lohaus von der Technischen Universität Dresden. Die Verbindung zwischen Weser und Innenstadt sei nicht so präsent, wie sie es eigentlich sein sollte. „Und auch wer an der Weser steht, findet nicht so leicht in die Innenstadt“, erklärt Lohaus. In ihrem Vortrag im Rahmen der Serie „Hameln 2030“ zeigt sie den etwas mehr als 200 Gästen auf, welches Potenzial Hameln derzeit noch verschenkt. „Man kommt an keiner Stelle so wirklich an das Wasser ran“, sagt Lohaus und bekräftigt den Vorwurf mit Beispielen aus anderen Städten, in denen Stufen ans Ufer gebaut wurden und Menschen in Flüssen baden. Die Weser müsse und könne laut Lohaus wesentlich „erlebbarer“ werden.

Rund 13 Kilometer Weser und neun Kilometer Hamel schlängeln sich durch die Stadt. „Beide bilden eine entscheidende Grundlage für die Stadt und sind auch geschichtlich wichtig“, sagt Lohaus. Die Landschaftsplanerin schlägt vor, besonders die Stadthamel wieder mehr in das Leben zu integrieren. So könne sie in den Bürgergarten integriert werden. Dafür müsse man allerdings den 164-er Ring stilllegen. „Wir haben den Eindruck, dass da ohnehin nicht so viel Verkehr herrscht“, meint Lohaus. Andere Vorschläge, wie die Stadthamel „erlebbar“ gemacht werden könnte, sind da schon realistischer: Man könne zum Beispiel einen Rundweg anlegen.

Die Professorin präsentiert an diesem Abend viele Ideen, um Hamelns Gewässersituation besser zu nutzen. Kleine Badestellen, naturnahe Nachnutzung des Upnor-Geländes, touristische Nutzung der Gleise im Hafen und einen einladenden Rundweg über das Werder, das laut Lohaus eine „Traumsituation“ darstellt. Das seien auch die der Stadt vorgelagerten Kiesteiche.

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  • Auch an Tönebons Teichen könnte mehr passieren - so der Tenor der dritten Hameln 2030-Veranstaltung. Foto: Archiv/Wal

Diesen Eindruck unterstützt Karl-Friedrich Meyer, Geschäftsführer der Tündernsee GmbH KG. Gemeinsam mit Dietmar Meier vom Nabu Hessisch Oldendorf und Weserfischer Alexander Meyer stellt er sich in den Räumlichkeiten der Firma Otto Baukmeier der Diskussion rund um die Gewässerfrage. Dass die Kiesteiche irgendwann mal der allgemeinen Erholung dienen können, sei ein klares Ziel. „Wir haben den Antrag der temporären Nutzung an die Verwaltung gestellt und die Hoffnung, dass diese erste Nutzung noch in diesem Jahr erfolgt, wenn wir die Genehmigung bekommen“, erklärt Meyer. Dass das gesamte Areal der Naherholung dienen kann, darauf müssen die Hamelner allerdings noch warten. „Ich hoffe, dass wir 2030 so weit sind, dass der große See der Vollendung nahekommt“, sagt Meyer. Eine Hamelnerin aus dem Publikum fügt der Podiumsdiskussion zu: „Es wäre schade, wenn mit den Kiesteichen nichts unternommen werden würde. Für die Naherholung haben sie viel Bedeutung, und auch touristisch könnten sie viel bewirken.“

Doch auch kritische Stimmen melden sich zu Wort. Ließen sich Biotope am Wouldham-Camp, Naherholung und die geplante Südumgehung tatsächlich verbinden? „Sagen wir es mal so: Wir würden uns nicht ins eigene Knie schießen“, erklärt darauf Stadtbaurat Hermann Aden.

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