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Stadt präsentiert Ergebnisse für „Hameln 2030“ / Wirtschaft liegt bei Hamelnern vor Weser

Arbeitsplätze haben Priorität

HAMELN. Zusammengefasst können sich die Anforderungen für eine rosige Zukunft der Rattenfängerstadt so lesen: „Arbeitsplätze werden gebraucht, um Menschen in die Stadt zu ziehen und sie hier zu halten. Dies gelingt jedoch umso besser, je höher die Lebensqualität ist – und dazu gehört vor allem das Hameln prägende Wasser.“

veröffentlicht am 05.04.2017 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 13.06.2017 um 11:16 Uhr

Foto: pixabay

So klingt jedenfalls die Einschätzung der Hamburger Agentur Urbanista, die das Dialog-Projekt „Hameln 2030“ planerisch begleitet. Nachdem sich 348 Hamelner im Januar an einer Dialogwerkstatt zur Stadtentwicklung beteiligt hatten, liegen nun auch detailliertere Ergebnisse vor, wie die Projektleiterin der Stadt Hameln, Dr. Gesa Snell, mitteilt. Am allerwichtigsten sei den Hamelnern demnach, dass junge Leute nach Hameln ziehen und sie in der Stadt gehalten werden. Die zweite Priorität liege auf dem Thema Familienfreundlichkeit, die dritte auf der Wirtschaft. Alle drei Themenfelder hängen unmittelbar zusammen: Ein Arbeitsplatz ist fast immer der Grund, sich an einem Ort niederzulassen, heißt es in der Auswertung der Werkstatt-Ergebnisse.

Die Hamelner Sicht auf die Dinge falle durchaus aus dem Rahmen, wie das auswertende Planungsbüro Urbanista feststellt: Oft werde der Bereich Wirtschaft bei vergleichbaren anderen Beteiligungsprojekten überhaupt nicht erwähnt. Die Hamelner sehen die Zusammenhänge laut Urbanista dagegen klar und wertschätzen die heimischen Betriebe auch in ihrer Funktion als Arbeitgeber.

Sehr wichtig sei den Teilnehmenden außerdem die Vernetzung Hamelns mit der Region, also eine möglichst große Mobilität. Erst danach folge der Wunsch nach einer Aufwertung der Wasserflächen, es folgen die Themen Alternativen zum Autoverkehr und zur Förderung des Sports.

Hier liegt nun eines der spannendsten Ergebnisse des Prozesses, so Snell.

Das Thema Wasser habe in der ersten Bürgerbeteiligungsphase noch auf Platz eins gelegen. Es bestimmte auch die Tischgespräche bei der Dialogwerkstatt und zwar durch alle Altersgruppen und Herkünfte hindurch. „Aber als es konkret wurde und um Kosten ging, entschieden sich die Teilnehmer nüchtern für Arbeitsplätze und setzten das Thema Wasser auf den fünften Platz.“

Diese Prioritätensetzung beziehe sich zunächst auf die Oberthemen, also die generelle Richtung. Zu den am häufigsten genannten Einzelprojekten gehörten dann die Aufwertung der Weserpromenade und der Wunsch nach einem Spielplatz an der Weser. Auch der Weserstrand wurde oft angesprochen.

„Das Dialogverfahren hat sich für alle Beteiligten gelohnt und ich bin dankbar, dass so viele dabei waren“, sagt Oberbürgermeister Claudio Griese. „Wir sehen nun deutlich klarer, was die Bürgerinnen und Bürger bewegt.“

Die Verwaltung will nun alle konkretisierten Ergebnisse, Themen und Leitlinien aus der Dialogwerkstatt aufgreifen, und in einen Gesamtbericht, der auch die Maßnahmen und Kosten konkretisiert, aufbereitet. Am 12. Juni findet eine Abschlussveranstaltung statt, bei der die Ergebnisse präsentiert werden. red

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