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Gemeinden würdigen Unterstützung durch Helfer

Zahl der Flüchtlinge steigt kräftig bis Ende März

Aerzen/Emmerthal. In Emmerthal leben derzeit 112, in Aerzen 152 Flüchtlinge. Über die aktuellen Zahlen wurden in dieser Woche die Politiker in beiden Gemeinden informiert. Und: Es gibt eine stark steigende Tendenz. Die Verwaltungen sind dringend darauf angewiesen, dass weitere Wohnungen gemeldet werden. Sammelunterkünfte sollen möglichst vermieden werden. Die ehrenamtliche Hilfe durch die Einwohner halte weiterhin an, wie es übereinstimmend in beiden Gemeinden heißt.

veröffentlicht am 06.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

„Das ist enorm“, sagte Jessika Klein, die seit einigen Monaten im Emmerthaler Rathaus für Flüchtlingssozialarbeit zuständig ist, im zuständigen Fachausschuss des Rates. Paten und ehrenamtliche Helfer würden einen „gewaltigen Teil der Betreuung übernehmen“. Sie hob die gute Kooperation mit der Linsingen-Kaserne in Hameln hervor, die „eine enorme Hilfe für uns ist“. Dadurch kämen die Flüchtlinge – in Aerzen und Emmerthal bürgert sich derzeit der Begriff der Schutzsuchenden ein – nicht mehr unerwartet. Auch sei im Vorfeld mehr von Dolmetschern und Sozialarbeitern in der Kaserne über sie zu erfahren, was oft sinnvoll sei für die Vorbereitungen in der Gemeinde, berichtete Klein.

Derzeit wohnten 34 Einzelpersonen sowie 22 Familien mit 38 Kindern und Jugendlichen in Emmerthal, wobei sie derzeit hauptsächlich aus Syrien, Irak und Afghanistan kommen würden. Die Zahlen würden sich erheblich erhöhen, wie Klein ankündigt: Bis Ende März werden in Emmerthal 63 neue Flüchtlinge erwartet.

Da Aerzen zuvor schon die Quoten erfüllt hat, werden dort in diesem Zeitraum 45 bis 50 Flüchtlinge zusätzlich kommen. Derzeit handele es sich um 48 Einzelpersonen und 25 Familien, die in der Gemeinde lebten. Auch Bürgermeister Bernhard Wagner verwies darauf, dass im Moment vor allem aus Syrien und Irak Flüchtlinge zugewiesen würden. Derzeit seien gut 40 aus den Balkanstaaten. Tendenz abnehmend, die ersten würden sogar schon freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, berichtete Wagner. Auch er richtete den Dank an Helfer und Spender, teilweise ohne von ihnen zu wissen. „Da wird oft in der Nachbarschaft in aller Stille geholfen“, meint er. Außerdem kündigte er an, dass demnächst in den Dorfgemeinschaftshäusern Möglichkeiten zur Begegnung zwischen Einwohnern und Flüchtlingen geschaffen werden. Und: Die nächsten Herausforderungen stünden erst noch bevor, wie der Bürgermeister ankündigte. Verstärkt würden Kinder und Jugendliche künftig Kindergärten und Schulen besuchen, müssten für die Erwachsenen Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden.

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