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Gemeinde will ehemalige Kindertagesstätten als Unterkünfte für Flüchtlinge herrichten

Wohnraum wird knapp

Emmerthal. Die Situation, Wohnraum für Flüchtlinge in Emmerthal zu finden, spitzt sich zu. „Von echten Schwierigkeiten“ berichtet inzwischen Bürgermeister Andreas Grossmann. Der Vorrat reiche nicht mehr. Die Quote, die von der Gemeinde bis Ende Januar hätte erfüllt werden müssen, hätte sie nun schon vor Weihnachten erreichen sollen. Es handele sich aber um 12 bis 14 Flüchtlinge, die nicht untergebracht werden können. Das sei dem Landkreis frühzeitig mitgeteilt worden, sagt Grossmann weiter.

veröffentlicht am 14.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Nach wie vor halte die Gemeinde an ihrem Ziel fest, keine öffentlichen Gebäude wie beispielsweise Dorfgemeinschaftshäuser als Unterkünfte nutzen zu wollen. Wie Grossmann berichtet, hat der Verwaltungsausschuss beschlossen, kurzfristig 100 000 Euro bereitzustellen. Damit sollen die Gruppenräume der ehemaligen Kindertagesstätte Esperde – die vorhandene Wohnung ist bereits belegt – für den Zeitraum von zehn Jahren zu Wohnraum umgebaut werden. Das sei so mit dem Landkreis abgestimmt. Ähnlich solle mit der ehemaligen Kindertagesstätte Hajen verfahren werden, die bislang erfolglos zum Verkauf stand.

Der Bürgermeister ging auch auf den Eindruck vieler Einwohner ein, dass eigentlich doch eine große Anzahl leer stehender Gebäude in Emmerthal zur Verfügung stehen müsste. Ihm würden ebenfalls einige Häuser einfallen, die geeignet seien und nicht nur als „Schrottimmobilien“ von den Besitzern angesichts der derzeitigen Situation auf den Markt gebracht werden sollten. In vielen Fällen gibt es allerdings bei durchaus gut nutzbaren Gebäuden das Problem, dass sie nur zum Verkauf stehen, aber nicht vermietet werden sollen, wie Grossmann berichtet. Seines Wissens handele es sich dabei um Immobilien, deren Besitzer verstorben seien oder in Heimen lebten, deren Angehörigen oder Erben aber weit entfernt wohnten.

Dabei hat bekanntlich der Landkreis jüngst eine Initiative gestartet, die Vermietungen erleichtern sollten. Dabei geht es wie berichtet um Wohnraum, der leersteht oder bei dem lediglich Modernisierungsmaßnahmen erforderlich sind, um diesen langfristig als Unterkünfte zu erhalten oder als solchen wieder zu erschaffen. Der Landkreis bietet Eigentümern entsprechender Immobilien langfristige Mietverträge von bis zu zehn Jahren an, wenn sie ihren Wohnraum bezugsfertig zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen. Neben der Erfüllung bestimmter baulicher Standards sollte sich in nicht allzu weiter Entfernung – maximal zwei bis drei Kilometer – des Wohnraums eine Einkaufsmöglichkeit, eine Schule und eine Kindertagesstätte befinden. Mit dem Konzept sollen Vermieter einen verlässlichen Vertragspartner bekommen, der nicht nur die Unterkunftskosten in angemessener Höhe regelmäßig zahlt; der Landkreis stehe für sie auch als direkter Ansprechpartner etwa bei Problemen zur Verfügung.

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