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Landkreis prüft Unterbringung von unbegleiteten Minderjährigen

Wohnen bald Flüchtlinge im Hotel?

Oldendorf. Bald könnten zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in das Hotel Catharinenhof in Oldendorf einziehen. Gespräche mit dem Landkreis würden bereits laufen, doch noch ist nichts fest. Vorher wolle man die Bürger mit ins Boot holen.

veröffentlicht am 19.02.2016 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 23.02.2016 um 08:26 Uhr

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Autor:

von Maike Lina Schaper

Das Gerücht macht in der Gemeinde Salzhemmendorf schon die Runde: Flüchtlinge sollen in das Hotel Catharinenhof in Oldendorf einziehen. Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening bestätigt auf Nachfrage, dass Gespräche zwischen den Verantwortlichen und dem Landkreis laufen. Auch der Landkreis erklärt, dass ein Hotel in Oldendorf in Frage kommt und präzisiert, dass es sich um zehn unbegleitete Minderjährige handelt, für die über einen Umzug in das Hotel nachgedacht wird.

Pressesprecherin Sandra Lummitsch vom Landkreis schildert die Problemlage: Aktuell würden rund 69 000 Minderjährige ohne Begleitung ihrer Eltern in der Bundesrepublik leben. Für diese seien im besonderen Maß die Jugendämter verantwortlich. Durch eine Gesetzesänderung zum 1. November 2015 würden die unbegleiteten Flüchtlingskinder bundesweit gleichmäßig auf die einzelnen Jugendamtsbereiche verteilt werden. Für die genannten 69 000 Minderjährigen müsse der Landkreis Hameln-Pyrmont derzeit zirka 130 Plätze bereithalten. Diese Zahl werde allerdings in Zukunft sowohl für die Bundesrepublik als auch für den Landkreis noch weiter steigen.

Das Konzept des Landkreises sehe zunächst vor, eine möglichst große Zahl von Kindern und Jugendlichen in Gastfamilien unterzubringen. Erfolgreich wäre dies im Flecken schon bei zwei Minderjährigen und deren Gastfamilien gelungen. In anderen Fällen hätten die Flüchtlinge bei ebenfalls geflohenen Angehörigen untergebracht werden können.

Trotzdem müsse man auch stationärere Angebote schaffen. Für Salzhemmendorf werde momentan geprüft, „ob eine Jugendhilfeeinrichtung für zirka zehn junge Menschen, möglicherweise durch Umnutzung eines Hotels in Oldendorf, in Betracht käme.“ Hierzu sei bereits mit einem Jugendhilfeträger Kontakt aufgenommen worden und dieser wäre grundsätzlich bereit dazu. Erste Gedanken zur Umsetzung würde es bereits geben.

Allerdings ist das alles noch nicht in trockenen Tüchern: „Neben rechtlichem Klärungsbedarf ist noch eine Vielzahl von administrativen Schritten erforderlich, die noch nicht abgeschlossen sind. Insofern ist eine Umsetzung des geplanten Vorhabens noch offen“, betont der Landkreis.

„Das Ganze ist eine herausfordernde Aufgabe, die nur mit einem großen regionalen Zusammenhalt gelingen kann“ heißt es von Lummitsch. Und auch Pommerening sagt, dass man nichts tun wolle, ohne die Bürger mit ins Boot zu holen.

„Sollte sich eine Realisierung dieser Pläne abzeichnen, werden die Bürger im Rahmen einer rechtzeitig angekündigten Informationsveranstaltung über das geplante Vorhaben und die weiteren Schritte sachgerecht unterrichtet“ betont Andreas Kopp, Leiter des Jugendamtes vom Landkreis Hameln-Pyrmont.

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