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Bad Pyrmont nimmt weitere 57 Flüchtlinge auf / Bürgermeister Blome: „Wir müssen in dieser Zeit eng zusammenstehen“

„Wir brauchen Wohnraum in jeder Größe“

Bad Pyrmont. Seit wenigen Tagen ist klar, dass Bad Pyrmont zusätzlich weitere 57 Flüchtlinge unterbringen muss. Bürgermeister Klaus Blome hat darum dringend an alle Eigentümer appelliert, Wohnraum zu vermieten.

veröffentlicht am 08.12.2015 um 15:19 Uhr
aktualisiert am 14.12.2015 um 17:33 Uhr

Zunächst sollte die Stadt Bad Pyrmont die festgesetzte Quote für zugewiesene Flüchtlinge bis Ende Januar abarbeiten, dann zum Jahresende 2015. „Jetzt wurde dieser Termin kurzfristig auf den 22. Dezember vorverlegt“, berichtet die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Stadt, Sabine Jösten. Sie und ihre Mitarbeiter müssen nun etwa 15 Wohnungen finden und sie von Grund auf mit Mobiliar und Haushaltsgeräten, Bettwäsche, Handtüchern und Ähnlichem ausstatten.

Bislang konnten die Bad Pyrmont zugewiesenen Flüchtlinge alle dezentral in Mietwohnungen, verteilt im Stadtgebiet, untergebracht werden. Bis einschließlich November wurde laut Jösten 148 Personen auf diese Weise ein Dach über dem Kopf vermittelt. Insgesamt weist die Statistik gegenwärtig 204 Flüchtlinge für Bad Pyrmont auf. „Die Ankündigung, noch etwa 57 Personen – oder auch mehr – aufnehmen zu müssen, stellt die Stadtverwaltung vor eine große Herausforderung, die nur mit großer Unterstützung der Bevölkerung bewältigt werden kann“, betont die Fachbereichsleiterin.

„Wir müssen in dieser Zeit eng zusammenstehen und gemeinsam die Herausforderungen der Flüchtlingssituation meistern“, appelliert Bürgermeister Blome an die Pyrmonter. „Vordringlich benötigen wir sofort bezugsfertigen Wohnraum jeglicher Größenordnung, um die Quote bis zum 22. Dezember erfüllen zu können.“ Aber auch darüber hinaus werde sich die Situation weiter verschärfen, da bereits eine Erhöhung der Zuweisungszahlen ab der ersten Kalenderwoche im Januar 2016 angekündigt worden sei. „Wir haben gute Erfahrungen mit den Mietverhältnissen der Flüchtlinge gemacht, daher bitte ich, mögliche Bedenken fallen zu lassen und Wohnungen kurz- und mittelfristig diesem Personenkreis zur Verfügung zu stellen.“

Mietverträge können entweder mit den Flüchtlingen direkt oder aber mit der Stadt Bad Pyrmont (für den Landkreis) abgeschlossen werden. Die Mietzahlungen erfolgen aus dem laufenden Bezug von Transferleistungen direkt an die Vermieter.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont als zuständiger örtlicher Träger der Sozialhilfe bietet Eigentümern von Wohnraum auch die Möglichkeit eines langfristigen Mietverhältnisses bis maximal zehn Jahren an. Somit besteht für die Vermieter eine finanzielle Sicherheit, die möglichen notwendigen Sanierungsarbeiten gegenübersteht. Auf der anderen Seite haben die Stadt Bad Pyrmont beziehungsweise der Landkreis die Sicherheit, langfristig Mietverhältnisse für die Objekte eingehen zu können. Es gibt dafür allerdings Voraussetzungen. So sollen Einkaufsmöglichkeiten, eine Schule oder ein Kindergarten höchstens zwei bis drei Kilometer entfernt sein. Aber auch mittelfristige Mietverträge von kürzerer Dauer als zehn Jahren können abgeschlossen werden.

Informationen gibt es im Fachgebiet Ordnung und Soziales der Stadt Bad Pyrmont bei Sabine Jösten, Telefon 05281/949-132, oder bei Dirk Sölla, Telefon 949-352.red

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