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Bürgermeister dankt Ehrenamtlichen für Flüchtlingshilfe / Derzeit 98 Asylbewerber aus elf Ländern

Willkommen in Aerzen

Aerzen. Die große Hilfsbereitschaft der Einwohner, Flüchtlinge in Aerzen zu unterstützen, hat Bürgermeister Bernhard Wagner vor dem Gemeinderat gewürdigt. Er dankte ihnen dafür, dass „sie die Willkommenskultur auch leben“. Wagner erinnerte bei der Sitzung am Donnerstag an seine eigene Aussage vor einem Jahr anlässlich der Gründung der Initiative „Runder Tisch Asyl“. „Egal, wer kommt, es kommen Menschen – und um diese kümmern wir uns.“

veröffentlicht am 18.09.2015 um 12:26 Uhr
aktualisiert am 23.09.2015 um 15:44 Uhr

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Allein im Bereich dieser Initiative seien 50 Einwohner gelistet, die Sprachkurse geben, bei Behördengängen helfen und die Flüchtlinge im Alltag unterstützen würden. Der Bürgermeister verwies aber gleichzeitig auch an viele weitere Aerzener, für die es selbstverständlich sei, ohne großes Aufsehen den Flüchtlingen zur Seite zu stehen. Hinzu kommen laut Wagner die ehrenamtlichen Helfer von DRK, Feuerwehr und THW, die in der Hamelner Linsingen-Kaserne Dienst leisten. „Viele Ehrenamtliche werden noch bis an die Belastungsgrenze gehen müssen, bis Hauptamtliche die Aufgaben übernehmen“, sagte er. Für gestern hatte er seinen Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung angekündigt, nicht nur um sich vor Ort zu informieren, sondern auch um der Aerzener Feuerwehr, die zu diesem Zeitpunkt ihren Dienst dort leistete, stellvertretend für die vielen Einsatzkräfte zu danken.

Mit Stand Donnerstag waren in Aerzen 98 Flüchtlinge untergebracht, die im Kernort, in Groß Berkel, Königsförde und Grupenhagen wohnen. Die 47 Männer, 19 Frauen und 32 Kinder kommen aus elf Nationen. Wagner nannte als Herkunftsländer beispielsweise Somalia, Pakistan und Syrien, aber auch Osteuropa. Einige Asylverfahren seien beendet. Teilweise positiv, aber auch mit der Konsequenz, dass einige Antragsteller in ihre Herkunftsländer zurückkehren müssten. Zwar könne die Rückführung auch zu Kritik führen, sagte Wagner. Aber so seien die Gesetze. Er geht davon aus, dass bis zum Jahresende 150 Flüchtlinge in Aerzen untergebracht sein werden – schon zum Stichtag 30. September sind weitere zehn Einzelpersonen angekündigt. Es sei geplant, dass im Wesentlichen Asylsuchende aus dem Erstaufnahmelager in Hameln in die Gemeinde kommen würden. Das Thema werde Helfer, aber auch Mitarbeiter der Verwaltung nicht nur Monate, sondern auf Jahre beschäftigen.

Das Thema Flüchtlinge stand nicht offiziell auf der Tagesordnung des Rates. Es kam zur Sprache, als in dem Gremium über die Annahme größerer Spenden des Unternehmens Lenze und der Bürgerstiftung Weserbergland an die Gemeinde beispielsweise für Sprachkurse zu entscheiden war. Zunächst nahm dies Michael Dombrowski (Grüne) zum Anlass, den ehrenamtlichen Helfern zu danken, bevor der Bürgermeister neben seiner Würdigung den aktuellen Sachstand gab. Der stellvertretende Ratsvorsitzende Dr. Marcus Schaper (Grüne) sagte, die frühzeitige Gründung des „Runden Tisches“ in Aerzen sei „ein wichtiges Zeichen“ gewesen. cb

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