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Tendenz zum Umzug in die Stadt / Seit März 2016 keine Neuzugänge

So leben die Asylsuchenden

SALZHEMMENDORF. Mit der großen Zuwanderungswelle 2015 hat sich ein großer Bedarf an Hilfe und Unterstützung für die Flüchtlinge im Flecken Salzhemmmendorf ergeben. Wie sich die Situation aktuell darstellt, darüber informiert Iris Töpelmann vom Flüchtlingsbüro des Fleckens. Derzeit wohnen 94 Flüchtlinge im Gemeindegebiet, verteilt auf die Ortschaften Wallensen, Thüste, Benstorf, Oldendorf, Hemmendorf, Lauenstein und Salzhemmendorf. Davon sind 54 Erwachsene sowie 40 Kinder und Jugendliche. Die meisten Erwachsenen (38) sind männlich. Von den 40 Kindern gehen 12 in eine der beiden Grundschulen im Flecken. Acht Jugendliche besuchen die Kooperative Gesamtschule (KGS), 20 sind noch nicht eingeschult.

veröffentlicht am 03.02.2017 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 04.02.2017 um 13:00 Uhr

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Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Derzeit wohnen 94 Flüchtlinge im Gemeindegebiet, verteilt auf die Ortschaften Wallensen, Thüste, Benstorf, Oldendorf, Hemmendorf, Lauenstein und Salzhemmendorf. Davon sind 54 Erwachsene sowie 40 Kinder und Jugendliche. Die meisten Erwachsenen (38) sind männlich. Von den 40 Kindern gehen 12 in eine der beiden Grundschulen im Flecken. Acht Jugendliche besuchen die Kooperative Gesamtschule (KGS), 20 sind noch nicht eingeschult. Auf den Dörfern sind die Flüchtlinge untergebracht in angemieteten Wohnungen, als Familien oder auch in Wohngruppen. Die meisten von ihnen sind 2015 nach Salzhemmendorf gekommen. Seit dem 3. März 2016 gab es keine Neuzugänge mehr in der Gemeinde. Bei denen, die bisher gekommen sind, habe sich eine Tendenz zum Leben in einer Stadt gezeigt, sobald sie als Flüchtling anerkannt worden sind, berichtet Töpelmann. „Unsere Bemühungen gehen immer dahin, dass die Flüchtlinge sich hier gut einleben und ein neues Zuhause finden. Wünschenwert wäre, dass sie hier ein Gefühl von Zuhause entwickeln.“ Die Kinder würden zum Kindergarten oder zur Schule gehen, die Erwachsenen lernen in Kursen, suchen und finden Arbeits- und Ausbildungsplätze. Integrationsunterstützung von Nachbarn und Lotsen seien bei diesem Prozess sehr hilfreich. „Je intensiver diese Kontakte sind, desto größer sehen wir die Chance auf Eingliederung in unserer ländlichen Region.“

Unsere Bemühungen gehen immer dahin, dass die Flüchtlinge sich hier gut einleben und ein neues Zuhause finden.

Iris Töpelmann, Flüchtlingsbüro Salzhemmendorf

Inzwischen seien viele der Flüchtling im Flecken in verschiedenen Deutschkursen oder Maßnahmen zur beruflichen Orientierung eingebunden. „Es konnten durch die Integrationslotsen sogar mehrere Arbeitsplätze bei ortsansässigen Firmen vermittelt werden“, sagt Töpelmann. Für das Frühjahr ist geplant, gemeinnützige Tätigkeiten beim Bauhof des Fleckens und im Naturerlebnisbad Lauenstein einzurichten. Bei diesen Arbeiten gibt es einen Stundenlohn von 80 Cent, den die Flüchtlinge zusätzlich zu den Asylbewerberleistungen behalten dürfen. Federführend ist hier das Jobcenter.

Angebote an die Flüchtlinge von Ehrenamtlichen, Deutsch zu lernen, habe es von Anfang an im Flecken gegeben. Aktuell seien noch zwei Gruppen aktiv. Zusätzlich würden drei Deutschlehrer in mehreren Familien individuellen Hausunterricht anbieten. „Leider wurden nicht alle eingerichteten Deutsch-Lerngruppen von den Flüchtlingen wahrgenommen, sodass zwei Gruppen mangels Beteiligung geschlossen wurden“, bedauert Töpelmann. Die Materialien für die Lerngruppen seien durch Spenden finanziert.

Generell bestehe die Spendenbereitschaft der Salzhemmendorfer auch weiterhin in Form von Geld- und Sachspenden. Die bisher zur Verfügung gestellten Fahrräder hätten dabei geholfen, dass die Flüchtlinge mobiler im Flecken unterwegs sind.

Nach wie vor öffnet jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr das hiesige Begegnungscafé seine Türen im Gemeindehaus der St.-Margarethen-Kirchengemeinde in Salzhemmendorf. Dieses hat jetzt den Namen „Be-Treff“ erhalten. Dort können Flüchtlinge beispielsweise Kontakte knüpfen oder Hilfe bei der Klärung von Problemen erhalten. Weitere Anlaufstellen sind der Fachdienst für Ordnung und Soziales der Gemeindeverwaltung, sowie das Flüchtlingsbüro.

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