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In der Linsingen-Kaserne wird für den großen Umzug gebastelt

Schwarz, Rot, Gold – Malen fürs Laternegehen

Hameln. Der Kindergarten auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne bleibt geschlossen, heute wird gebastelt. Die Mitarbeiter des Kinderspielhauses haben ihren Arbeitsplatz gewechselt; statt in der Kurie an der Alten Marktstraße sind sie in der großen Turnhalle auf Bierbänken im Einsatz. Im Kinderspielhaus wurden schon zig Laternen gestaltet, jetzt können sich auch die Flüchtlingskinder auf den Vorlagen austoben.

veröffentlicht am 13.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Von heimeliger Atmosphäre beim Laternenbasteln kann hier nicht die Rede sein. Karge Sporthalle, an der Wand ausgestattet mit Bierzeltgarnituren, jede Bank voll besetzt. Es ist trubelig, aber entspannt. Die Kinder sind nicht die einzigen, die malen. Auch Mütter und Väter malen akkurat aus, was die Laternenfolien vorgeben. Ihnen gegenüber sitzen die Mitarbeiter, die im nächsten Schritt die Laternen zusammenbasteln. Jedes Kind bekommt eine, damit es heute beim großen Laternenumzug, richtig ausgestattet, dabei sein kann.

„Malen kann jeder“, sagt eine Betreuerin – dabei brauche es keine Sprache. Und alles, was die Kinder und Erwachsenen hier gerade sonst noch wissen müssen, funktioniert mit Händen und Füßen.

Stolz übergeben die ersten Kinder ihre Werke am Tisch – heute können sie die fertigen Laternen für das Fest abholen. „Sonst würden die den Tag nicht überleben“, weiß Marlis Rißmann aus jahrelanger Basteln-mit-Kindern-Erfahrung.

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  • Malen entspannt: Auch die jungen Männer und Frauen greifen zu den Filzstiften ihrer Kinder und Neffen.
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  • Der kleine Junge präsentiert stolz das Bild, das er und seine Mutter zusammen gemalt haben. Dana

Gegen 17.30 Uhr treffen auf dem Kasernengelände alle anderen Kinder ein, die zuvor beim Umzug vom Bürgergarten aus mitgelaufen sind. Mit dabei: der Rattenfänger und der Musikzug Bisperode, der mit etlichen Kinderliedern im Repertoire mitmarschieren wird. Wobei – das Marschieren werde hier eher zum Schlendern mit den Kindern, wie die Musikzugführerin Irene Tegen sagt. Lieder haben die Kinder in der Kaserne übrigens auch schon fleißig geübt. „Ich geh’ mit meiner Laterne“ ist eines der liebsten, und immer wieder, völlig ohne Laterne: „Bruder Jakob.“

Heute ab 16.15 Uhr können alle, die teilnehmen möchten, im Bürgergarten an der Konzertmuschel eintrudeln. Dort tritt ab 16.30 Uhr ein Feuerkünstler auf, bevor es gegen 17 Uhr zum Kasernengelände geht. Die Sparkasse Weserbergland unterstützt die Aktion vom Kinderspielhaus der Stadt und der Dewezet großzügig: Für jede gezählte Laterne spendet sie einen Euro. Das Geld kommt dem Kinderspielhaus und der Flüchtlingshilfe des DRK zugute. Für die Kinder gibt es auch eine Überraschung.

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