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Asylanträge können aber erst ab April gestellt werden

Registrierung in der Kaserne hat begonnen

Hameln. Es geht voran für die Flüchtlinge in der Linsingen-Kaserne: Vor über vier Wochen waren die ersten Menschen auf das Gelände gezogen, Anfang Oktober hat nun endlich die Registrierung begonnen. Die Devise dabei lautet „first in, first out“. Ein nächster Schritt ist die ärztliche Untersuchung, dann kann die Verteilung anlaufen.

veröffentlicht am 08.10.2015 um 19:34 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Hameln. „Außenstelle Friedland“ – das ist es, was die Linsingen-Kaserne jetzt darstellt. Am Donnerstag vergangener Woche wurde mit der Registrierung der Flüchtlinge im Auftrag des Landes begonnen. Zwei Mitarbeiter wurden dafür beim Landkreis befristet eingestellt, vier Polizisten aus den Polizeiinspektionen Hameln-Holzminden und Nienburg helfen dabei, die knapp 1000 Flüchtlinge nach und nach offiziell zu erfassen. „Endlich geht’s weiter“, sagt Heidi Pomowski, Leiterin des Dezernats für Ordnung, Sicherheit und Gesundheit beim Landkreis. Vor vier Wochen waren die ersten Flüchtlinge in Hameln angekommen, allen brannte die Frage auf den Nägeln, wie es mit ihnen weitergeht.

Bis Dienstagabend waren die ersten 85 Flüchtlinge registriert worden. Allerdings ohne die sonst obligatorischen Fingerabdrücke, weil die dafür notwendige Technik nicht bereitgestellt werden konnte. Das soll von mobilen Teams vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nachgeholt werden.

„First in, first out“ lautet die Devise für die Reihenfolge der Registrierung – so, wie die Flüchtlinge in Hameln angekommen sind, so werden sie erfasst. Das habe bei einigen, die beispielsweise schon wochenlang in Friedland waren, zu Unmut geführt, erzählt Heidi Pomowski. „Aber irgendeine Regelung mussten wir ja finden.“

Der nächste Schritt ist eine ärztliche Untersuchung jedes Flüchtlings, die am Wochenende stattfindet. Zusätzlich wird mit den Röntgenuntersuchungen auf Tuberkulose ab kommender Woche begonnen.

Sobald die Registrierung und die Gesundheitsuntersuchungen erledigt sind, können die Flüchtlinge nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Kommunen im Land verteilt werden. Tatsächlich sind nicht mehr alle, die am 7. September mit Bussen in Hameln ankamen, noch auf dem Gelände. „Am ersten Tag haben wir 25 zur Registrierung aufgerufen“, erzählt Heidi Pomowski. Gerade mal acht davon seien gekommen. Entweder, weil sie noch nicht mitbekommen haben, dass ihre Nummer via Bildschirm aufgerufen wurde – oder weil sie ohne Registrierung auf eigene Faust weitergereist sind.

Wird in den Gesprächen und dem Abgleich mit dem Erfassungssystem festgestellt, dass ein Flüchtling schon in einem anderen Bundesland registriert ist, erhält er einen Gutschein für eine Bahnfahrkarte und wird zurückgeschickt. Bei etwa einem Dutzend ist das laut Pomowski bisher der Fall gewesen. Obwohl sich jetzt Erleichterung auf allen Seiten breitmache, weil es endlich vorangeht, müssen sich die Flüchtlinge noch lange gedulden. Ab April erst können die jetzt Registrierten zur Anhörung nach Braunschweig fahren, um ihren Asylantrag zu stellen.

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