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Erste Flüchtlinge werden auf die Kommunen verteilt

Raus aus der Kaserne

Hameln. Knapp zwei Monate, nachdem die ersten Flüchtlinge Anfang September in die Erstaufnahmeeinrichtung „Linsingen-Kaserne“ gekommen sind, haben jetzt knapp 20 Menschen dort ihren Zuweisungsbescheid vom Land erhalten. Darin ist die Stadt/Gemeinde angegeben, in der sie eine Wohnung beziehen können. In diesem Fall gehen die Flüchtlinge nach Lüneburg, Nienburg und Oldenburg, erklärte der Landkreis auf Nachfrage. In der kommenden Woche sollen in einem nächsten Schritt voraussichtlich 87 Flüchtlinge aus der Kaserne auf die Kommunen innerhalb Hameln-Pyrmonts verteilt werden:

veröffentlicht am 06.11.2015 um 13:40 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Hameln: 21

Bad Pyrmont: 14 Hessisch Oldendorf: 12

Bad Münder: 13

Flecken Aerzen: 7

Flecken Coppenbrügge: 4 Flecken Salzhemmendorf: 9

Gemeinde Emmerthal: 7

„Für weitere acht Personen werden noch die Bescheide erwartet und noch zwei weitere Personen werden voraussichtlich dem Landkreis Hildesheim zugewiesen“, erklärt Sandra Lummitsch vom Landkreis Hameln-Pyrmont.

Für Hameln ist die Größenordnung von über 20 Menschen auf einmal, die untergebracht werden müssen, „mehr als das Tagesgeschäft“. Die Stadt sei weiterhin darauf angewiesen, dass Wohnungen von Vermietern bereitgestellt werden, heißt es aus dem Rathaus.

Nach aktuellem Stand (5. November) leben 882 Menschen in der Linsingen-Kaserne, nachdem am Mittwoch gerade 60 weitere Flüchtlinge aus Friedland angekommen sind. Ende September waren noch 996 gezählt worden. Die Differenz bilden offenbar Flüchtlinge, die auf eigene Faust die Erstaufnahme-Einrichtung verlassen haben. Der Landkreis spricht von „rund 100“, die nicht mehr da sind. Eine Kontrolle darüber, wie viele tatsächlich auf dem Gelände leben, gibt es letztlich nicht, an einem sogenannten Belegungsmanagement werde derzeit gearbeitet, heißt es.

Die Flüchtlinge sind zwar „formal dazu verpflichtet, ihren Wohnsitz in der Erstaufnahmeeinrichtung zu haben“, erklärt das Innenministerium in Hannover. Ansonsten seien sie „illegal“ unterwegs, aber sie haben grundsätzlich das Recht, sich frei zu bewegen. Wie viele Menschen sich auf eigene Faust aus Niedersachsens Erstaufnahmeeinrichtungen auf den Weg machen, könne man nicht sagen.

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