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Ludmilla Rudi-Stozkaja bringt Erwachsenen Deutsch bei

Pralinen für die Lehrerin

Hessisch Oldendorf. Am 1. September wird in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion der Beginn des neuen Schuljahres gefeiert; zu diesem Anlass schenken Schüler ihren Lehrern Blumen. Davon erzählt Ludmilla Rudi-Stozkaja, gebürtig aus der Ukraine, den 20 Teilnehmern an dem Deutschkurs, den sie seit März 2014 ehrenamtlich leitet. Einige kennen diese Tradition: In Syrien beginnt das Schuljahr am 15. September zwar etwas später, wird aber ebenfalls mit Blumen für die Lehrkräfte eingeläutet.

veröffentlicht am 02.09.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.10.2015 um 18:36 Uhr

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Die Gruppe, die sich mittwochs und freitags von 9 bis 11 Uhr im Werkhaus trifft, beschließt den Unterricht nach den Ferien ausnahmsweise am Dienstag, 1. September, wieder aufzunehmen. Einige der Frauen und Männer, die über verschiedene Länder aus Syrien, Montenegro oder der Türkei eingereist sind, bringen Rosen und Pralinen für ihre Deutschlehrerin mit. Ein neuer Schüler gesellt sich dazu, erst seit zehn Tagen wohnt er in Hessisch Oldendorf. Der Syrer ist kein Asylbewerber, sondern begleitet seine Frau, die eine Arbeitsstelle angenommen hat; seine Motivation, gut Deutsch zu sprechen, ist groß.

Im Unterricht soll ein Teilnehmer mithilfe eines Supermarktprospektes eine Einkaufsliste für ein Fest erstellen: „Saft, Chips, Schokolade – und Cola für die Kinder“, zählt er auf und wird sofort von einem anderen belehrt: „Kinder dürfen keine Cola trinken, Saft ist besser.“ Danach werden Arbeitszettel ausgeteilt mit Lese- und Schreibübungen, Zahlen und Grammatik. „Das Konjugieren übst du heute vor dem Einschlafen noch mal“, empfiehlt die Vorsitzende des Deutsch-Russischen Vereins „Sputnik-2000“ einem Teilnehmer, betont aber zugleich: „Ich glaube, wenn meine Schüler so gut weitermachen, werden sie sich hier gut integrieren können.“

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