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Stadt sucht händeringend Wohnungen – und will jetzt auch die Dörfer stärker mit einbeziehen

„Nur noch Raum für 30 Flüchtlinge“

Hessisch Oldendorf. „Es wird immer schwieriger, geeignete Wohnungen zu finden.“ Margareta Seibert, als Fachbereichsleiterin bei der Stadt Hessisch Oldendorf unter anderem zuständig für die Unterbringung von Flüchtlingen, zeigt sich besorgt – und spricht damit auch Bürgermeister Harald Krüger aus der Seele. 200 Flüchtlinge seien im vergangenen Jahr in Hessisch Oldendorf untergebracht worden, mit 400 weiteren müsse man in diesem Jahr rechnen.

veröffentlicht am 16.01.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 20.01.2016 um 12:03 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß

Beim traditionellen Neujahrsfrühstück mit Polizeibeamten und Angehörigen der Verwaltung steht das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt. Krüger kündigt an, in allernächster Zeit zu versuchen, in den zu Hessisch Oldendorf gehörenden Ortschaften neue Wohnungen zu finden. „In Fuhlen sowie in Kleinen- und Großenwieden hat sich bereits gezeigt, dass die Unterbringung der Asylbewerber bislang problemlos verlaufen ist und mancherorts geäußerte Befürchtungen durch die Realität widerlegt wurden“, zieht der Bürgermeister eine Bilanz für die vergangenen Monate. Krüger weist vor allem darauf hin, dass Mieter der für Flüchtlinge benötigten Wohnungen der Landkreis sei, der Verträge jeweils für fünf oder zehn Jahre anbiete. „Damit ist für einen Vermieter die Zahlung der Mieten und Nebenkosten absolut sicher“, betont Krüger. Margareta Seibert kündigt neue Werbekampagnen für Wohnraum an, „denn im Augenblick haben wir nur noch Raum für die nächsten 30 Flüchtlinge auf unserer Liste“. Deshalb müsse sie sich regelmäßig Gedanken darüber machen, ob auch in Hessisch Oldendorf eine Notunterkunft eingerichtet werden müsse.

Als erforderliche Ausstattung für anzumietende Wohnungen würden Küche, Heizung, doppelverglaste Fenster und ein Badezimmer vorausgesetzt. Für die Möblierung aus gebrauchten Beständen werde gesorgt. „Aber auch da sind die Lager inzwischen leer“, berichtet sie. „Und die Preise ziehen an.“

„Bei den Flüchtlingen, die im Bereich unserer Station untergebracht wurden, haben wir keinerlei Kriminalität registriert“, erklärt Polizeihauptkommissar Wolfgang Römer, der Leiter der örtlichen Polizeistation. Römer sieht dies auch in der Tatsache begründet, dass es in Hessisch Oldendorf keinerlei Großunterkünfte für Flüchtlinge gibt. „Das könnte sonst anders sein“, befürchtet der Hauptkommissar. Römer, Chef von zwölf Polizeibeamten in Hessisch Oldendorf, berichtet, dass sich seine Beamten „nach wie vor durch eine sehr hohe Aufklärungsquote“ ausgezeichnet hätten. „Das liegt daran, dass wir hier über sehr erfahrene Polizisten verfügen, die die Szene in und um Hessisch Oldendorf sehr gut kennen und wissen, wer möglicherweise mit bestimmten Taten in Verbindung stehen könnte.“ Seine mit Zahlen noch nicht untermauerte Darstellung: „Das Kriminalitätsaufkommen ist bei uns eher rückläufig.“

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