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Krätze-Patienten sind geheilt / Keine neuen Krankheitsfälle

„Niemand ist mehr ansteckend“

Hameln. In der sogenannten Familien-Erstaufnahmeeinrichtung des Landkreises Hameln-Pyrmont an der Süntelstraße sind keine weiteren Menschen an Krätze erkrankt. Das teilte gestern der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Jörg Meckelburg, auf Anfrage der Dewezet mit. „Es gab lediglich zwei bestätigte Fälle“, sagt der Mediziner. Zusätzlich seien vier Kontaktpersonen prophylaktisch behandelt worden. Die Patienten wurden sofort in Isolierzimmern untergebracht, betroffene Hautstellen mit einer milbentötenden Substanz eingerieben. „Niemand ist mehr ansteckend“, sagt Dr. Meckelburg. Eine Untersuchung von Risiko- und möglichen Kontaktpersonen sei ohne Befund verlaufen. Krätze ist eine weitverbreitete Hautkrankheit. Sie wird durch die Krätzemilbe verursacht. Übertragungsgefahr bestehe aber nur bei engem Hautkontakt, erklärt Dr. Meckelburg

veröffentlicht am 18.09.2015 um 09:24 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Hochansteckende Krankheiten, die jüngst in anderen Unterkünften festgestellt wurden, seien in Hameln bislang nicht diagnostiziert worden, hieß es. Mit Beginn der kalten Jahreszeit rechnen die Ärzte allerdings mit einer Zunahme von Erkältungskrankheiten. Grund: Viele Flüchtlinge sind sehr geschwächt und damit anfällig für Infektionen. THW-Helfer aus Hameln haben inzwischen 600 Decken und 600 Kopfkissen bei einem Möbelhaus in Hannover abgeholt und mit einem Lastwagen zur Linsingen-Kaserne gebracht – damit dort niemand frieren muss.

Übrigens: Die Hilfesuchenden, die in Hameln aufgenommen werden, müssen nicht auf eine medizinische Erstuntersuchung warten. „Nachdem die Menschen den Bus verlassen haben, werden sie registriert und sofort untersucht“, sagt Dr. Meckelburg. In Friedland beträgt die Wartezeit bis zum Medizincheck dagegen fünf bis sechs Wochen, in Bramsche sogar zirka zehn Wochen.

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