weather-image
Noch viele offene Fragen nach ersten Gesprächen zwischen Landkreis und Innenministerium

Linsingen-Kaserne: Entscheidung bis Juni

Hameln. Vor einer Woche hat Landrat Tjark Bartels die Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Linsingen-Kaserne in Aussicht gestellt. Am Montag fand in Hannover nun ein erstes Gespräch zwischen Vertretern des Landkreises und des Niedersächsischen Innenministeriums statt.

veröffentlicht am 12.04.2016 um 17:06 Uhr
aktualisiert am 25.04.2016 um 15:23 Uhr

270_008_7857923_hm110_Linsingen_Dana_1304.jpg

Autor:

Wiebke Westphal und Andrea Tiedemann

Eine Woche ist es her, dass Landrat Tjark Bartels (SPD) in der Diskussion um die Zukunft der Linsingen-Kaserne plötzlich einlenkte und die Schließung der dort vom Landkreis Hameln-Pyrmont betriebenen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Aussicht stellte. Am Montag fand in Hannover nun ein erstes Gespräch zwischen Bartels, Kreisrätin Petra Broistedt und Vertretern des Niedersächsischen Innenministeriums statt.

Ursprünglich beauftragt worden war der Landkreis per Kreistagsbeschluss, Gespräche über eine mögliche Weiterführung der Aufnahmeeinrichtung auf dem Kasernengelände zu führen. Am Montag war nun das Gegenteil Thema: Die Freigabe des Areals für die mögliche Einrichtung eines Bildungscampus’ und eine eventuelle Verlegung und Verkleinerung der Erstaufnahmeeinrichtung.

„Es gibt noch keine Lösung, alles ist noch offen“, hieß es gestern auf Anfrage aus dem Kreishaus. Grundsätzlich habe das Land Niedersachsen sein Interesse daran bekundet, die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weiterzuführen. Der Vertrag zwischen dem Landkreis und dem Land läuft bis Jahresende – und so lange soll die Einrichtung auf dem Kasernengelände auch weitergeführt werden. „Über eine frühzeitige Schließung wurde nicht geredet“, sagt Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch.

Ob überhaupt, wo und in welcher Größe nach Auslaufen der Verträge eine neue Erstaufnahmeeinrichtung in Hameln entsteht, auch darüber gibt es noch keine Auskunft. Nach einem geeigneten Ort könne – in enger Absprache mit der Stadt, betont Lummitsch – erst dann gesucht werden, wenn Land und Landkreis sich über die Größe einig seien. „Das kommt darauf an, ob wir Plätze für 500 oder für 100 Menschen vorhalten müssen“, sagt Lummitsch. Von der letztendlichen Größe der Aufnahmeeinrichtung hänge auch ab, wie viele der derzeit 200 Mitarbeiter, die in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Linsingen-Kaserne arbeiten, an einen neuen Standort übernommen werden.

Vertreter der Stadt Hameln seien bei den Gesprächen am Montag nicht anwesend gewesen. Auch in Zukunft plane man nicht, die Stadt als Gesprächspartner dazuzuholen. „Wir stehen selbst in engen Gesprächen mit der Stadt“, heißt es aus dem Kreishaus. Die Gespräche in Hannover aber fänden nur zwischen Land und Landkreis statt.

Obwohl noch keine Ergebnisse präsentiert werden können: Einen Zeitplan habe Tjark Bartels bereits im Kopf. „Der Landrat ist gewillt, die Gespräche in den nächsten Wochen abzuschließen und spätestens bei der nächsten Kreistagssitzung am 14. Juni Ergebnisse zu präsentieren“, sagt Lummitsch.

Zukunft der Mitarbeiter

zum Großteil weiterhin ungewiss

Die Entscheidung hat eine große Tragweite, schließlich geht es nicht nur um die Frage, wie das ehemalige Britengelände künftig stadtplanerisch genutzt werden kann, sondern auch um die Zukunft der Mitarbeiter, die derzeit für die Arbeit in der Linsingen Kaserne eingestellt sind. Von den 200 Stellen sind laut Landkreis 68 von externen Dienstleistern mit Reinigungs- und Sicherheitskräften besetzt. Der Großteil der übrigen Stellen – wie auch die von Kasernenleiter Wilfried Binder – ist beim Deutschen Roten Kreuz angesiedelt, weitere beim Landkreis. Letztere zumindest würden – für den Fall, dass die Erstaufnahmeeinrichtung aufgelöst würde – in einem anderen Bereich eingesetzt. „Es wird niemand in die Arbeitslosigkeit geschickt“, sagt Lummitsch in Hinblick auf die beim Landkreis Angestellten.

Insgesamt sind neben dem bereits erwähnten externen Personal noch 35 Mitarbeiter im pädagogischen Dienst tätig, 21 Mitarbeiter in den Bereichen Leitung, Verwaltung und Gebäudemanagement sowie 42 Mitarbeiter in der Küche. Hinzu kommen 20 Stellen für Sprachmittler und 14 Stellen im Medical Center, die derzeit aber nicht komplett besetzt seien, so Lummitsch.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare