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Ostheim stände zur Verfügung, aber die Stadt will das nicht / Kreis plant vorerst nicht mit dem Blindenheim

Keine Flüchtlinge im Kurbezirk

Bad Pyrmont (uk). Das Ostheim der Landsmannschaft Ostpreußen an der Parkstraße steht zum Verkauf und könnte als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stehen. Aber die Stadt will das nicht. Dafür verfolgt der Kreis seine Pläne mit dem Kriegsblindenheim nicht weiter – vorerst.

veröffentlicht am 17.11.2015 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 20.11.2015 um 16:26 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich kilian

Bad Pyrmont. Die Nachricht hatte im Oktober für Sorgen unter den Beschäftigten des Pyrmonter Blindenheims gesorgt, die um ihre Jobs fürchteten. Der Kreis, so war damals bekannt geworden, hatte Interesse am „Kursanatorium am Königsberg“, das vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands betrieben wird, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Doch vorerst wird dieser Plan nicht weiterverfolgt.

„Das Kursanatorium ist zunächst aus der engeren Betrachtung herausgenommen worden, bleibt aber für die mittelfristige Planung ab Mitte nächsten Jahres im Gespräch“, teilte Pressesprecherin Sandra Lummitsch auf Anfrage ohne weitere Begründung mit. Damit bleibt die Immobilie im Fokus des Interesses und dürfte dann wieder interessant werden, wenn die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge weiter steigt.

Insgesamt könnten mindestens vier Gebäude in Bad Pyrmont grundsätzlich als Gemeinschaftsunterkunft geeignet sein. Neben dem Blindenheim sind dies das ehemalige Schwesternwohnheim des Bathildiskrankenhauses an der Löwenser Straße, die frühere Pestalozzischule in Holzhausen und das Ostheim an der Parkstraße. „Bezüglich des Schwesternwohnheimes laufen Verhandlungen mit einem möglichen Betreiber“, so Lummitsch. Auch ein Umbau der Pestalozzischule zur Gemeinschaftsunterkunft werde zurzeit geprüft, hieß es gestern aus dem Kreishaus. Auch am Ostheim hatte der Landkreis Interesse gezeigt. „Hier hat die Stadt Bad Pyrmont aber darum gebeten, davon Abstand zu nehmen“, so die Sprecherin. Das Ostheim, bisher Tagungsstätte der Landsmannschaft Ostpreußen, soll verkauft werden, der Beherbergungsbetrieb wird zum Ende dieses Jahres eingestellt. Der Eigentümer will es am 17. Dezember von der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG in Köln versteigern lassen. Das Mindestgebot für das Gebäude wurde bei 295 000 Euro angesetzt. „Die Einrichtung inklusive aller technischen Geräte verbleibt im Objekt, sodass die Aufnahme des Betriebes sofort möglich wäre“, so Gerhard Bein vom Auktionshaus. Das Gebäude mit seinen 18 Doppel- und 18 Einzelzimmern stünde also relativ schnell für Flüchtlinge zur Verfügung.

„Wir haben den Kreis gebeten, vom Ostheim Abstand zu nehmen, das ist richtig“, bestätigt Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome (parteilos). „Wir möchten kein Flüchtlingsheim im engeren Kurbezirk“, begründet er das und fügt hinzu: „Das soll aber keine Abwertung sein.“

Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt die Stadt Bad Pyrmont vor immer größere Probleme. Bislang kommt sie noch ohne Gemeinschaftsunterkünfte aus. Mittelfristig sei das aber nicht mehr möglich, hatte Sabine Jösten von der Stadtverwaltung kürzlich betont. Es wird sich zeigen, auf welche Gebäude Stadt und Kreis dann zurückgreifen.

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