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Ahmed Abuhusaini hat eine Wohnung gefunden – und hilft nun anderen Flüchtlingen

Heute unterrichtet er zehn Iraker

Hameln. Der erste Schritt ist getan, weitere sollen folgen. Der 26-jährige Flüchtling Ahmed Abuhusaini hat in Aerzen ein Zuhause gefunden und die Verträge für die neue Wohnung unterschrieben. „Am 15. Dezember kann Ahmed dort einziehen, die ganzen Formulare und Anträge sind, mithilfe von Kerstin Schlie, unterzeichnet worden“, berichtet der pensionierte Lehrer Walter Harms aus Aerzen. Harms hat Abuhusaini, zusammen mit seiner Frau Helge, die deutsche Sprache beigebracht und ihm so die Integration in Deutschland erleichtert.

veröffentlicht am 25.11.2015 um 12:20 Uhr
aktualisiert am 25.11.2015 um 13:10 Uhr

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Autor:

von Lennart Wehrhahn

Jetzt, mit der Sicherheit eines festen Wohnsitzes, kann Ahmed endlich etwas von dem zurückgeben, was seine neue Heimat für ihn getan hat – Hilfe leisten. Die Unterstützung, die er erfahren hat, möchte er nun selbst weitergeben. Abuhusaini engagiert sich als Dolmetscher für Menschen mit dem gleichen Schicksal. „In Königsförde hilft Ahmed als Übersetzer aus. Insgesamt zehn Iraker betreut er dort zurzeit“, erzählt Harms.

Das ist allerdings nur ein weiterer Meilenstein auf seiner Reise in eine bessere Zukunft, die im August 2014 seinen Anfang nahm. Der aus der Stadt Daraa stammende Syrer Ahmed musste seine Mutter und seine Geschwister schweren Herzens Richtung Deutschland verlassen, um vor den Bürgerkriegen in Libyen und Syrien zu fliehen und sich so eine Zukunftsperspektive bewahren zu können. Kontakt zu seiner Familie hat Abuhusaini, laut Harms, nur zu seiner Mutter. „Ahmed hat wieder ein Smartphone, mit dem er Kontakt zu seiner Mutter haben kann. Sein altes Handy ist kaputt gegangen, als es an einem Bahnhof auf den Boden gefallen ist.“

Da aber auch dieses Problem mittlerweile gelöst ist, muss Ahmed nur noch eine Hürde nehmen. Er möchte in Deutschland als IT-Programmierer arbeiten. Das war in seiner Heimat nicht mehr möglich. Zurzeit scheitert das aber noch an zwei Kleinigkeiten. Zum einen muss er trotz des inoffiziellen Deutschunterrichts bei Familie Harms seinen aktuellen Sprachkurs bei der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) im Hefehof abschließen. „Der Sprachkurs geht bis März und erst dann bekommt er ein offizielles Zeugnis. Das braucht er, um sich bei einem Unternehmen bewerben zu können“, erklärt Harms. Zum anderen fehlt ihm ein Computer, um seine Tätigkeit ausüben zu können. „Nach dem letzten Artikel in der Dewezet haben wir sofort einen Anruf von der Aerzener Maschinenfabrik bekommen, die Abuhusaini einen PC und Bildschirm zur Verfügung stellen wollten. Leider ist das bisher noch nicht passiert, wir warten auf einen Anruf“, berichtet Harms.

Wenn das auch noch klappt, hat Ahmed nur noch einen offenen Wunsch. Er vermisst seine Familie und wünscht sich von ganzem Herzen ein Wiedersehen mit seinen Liebsten. Das letzte Mal, dass er seine Familie gesehen hat, ist nämlich schon mehr als ein Jahr her. Die Erfüllung dieses Wunsches wäre der finale Schritt auf der Reise des 26 Jahre alten Kriegsflüchtlings in sein neues Leben in Aerzen.

Ende Oktober berichtete die Dewezet über den syrischen Kriegsflüchtling Ahmed Abuhusaini, der in Aerzen seine neue Heimat gefunden hat.Dana

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