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Studenten unterstützen Flüchtlinge mit Verkauf von Armbändern, die zugleich ein Statement sind

Gutes tun mit Gummis

Hameln. „Mit offenen Armen“ heißt der Verein, mit dem Moritz Himler, Florian Wilkesmann und Leander Fricke 5000 blaue Gummi-Armbänder verkaufen wollen, die Solidarität mit Flüchtlingen demonstrieren sollen. Ziel: Werte wie Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen stärken.

veröffentlicht am 02.12.2015 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

Hameln. Nur Zuschauen ist nicht ihr Ding. Die Freunde Moritz Himler, Florian Wilkesmann und Leander Fricke hatten angesichts der Flüchtlingssituation in Deutschland das Bedürfnis, etwas zu tun. Also haben sie einen Verein gegründet. „Mit offenen Armen“ heißt er und ihr erstes Projekt hat auch im Wortsinn etwas mit Armen zu tun, beziehungsweise mit dem Handgelenk: 5000 kornblumenblaue Gummi-Armbänder haben sie produzieren lassen, mit der eine weltoffene Gesinnung demonstriert werden soll: „Gemeinsam Zukunft leben“, ist auf den Bändern neben dem Vereinsnamen zu lesen. Zwei Hände, die sich aufeinanderzubewegen, symbolisieren Solidarität. Seit fünf Tagen sind die blauen Gummiarmbänder für zwei Euro pro Stück online unter www.mit-offenen-armen.de erhältlich. Wer direkt kaufen will, kann das auf dem Weihnachtsmarkt tun: Die Bänder gibt es am Stand von SAM und Kinder von Brjansk in der Nähe der Deutschen Bank.

Auf der Website erfährt man viel über die drei Vereinsgründer , den Verein und ihre Motivation. Der Online-Verkauf gestattet es dem Verein, bundesweit zu agieren – ein großer Vorteil, da die Freunde an verschiedenen Standorten, nämlich Osnabrück und Dresden, studieren.

Geschlafen haben die drei Studenten, die aus Hameln stammen, in letzter Zeit nicht so viel. „Es fühlt sich vom Umfang eher an wie ein Start-up-Unternehmen“, sagt der 20-jährige Vorsitzende Moritz Himler, der in Osnabrück Wirtschaftsrecht studiert.

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Mit dem Armbandprojekt wollen sie für mehr Solidaridität werben: „Wir haben das Gefühl, dass momentan wichtige Werte wie die allgemeine Akzeptanz und das Miteinander in Frage gestellt werden“, sagt Moritz. Das Band sei eine Möglichkeit, die eigene Meinung publik zu machen, nicht zu schweigen. Es ist ein Statement, das wirken soll gegen sich breitmachende rassistische Hetze, sagt Moritz Himler.

Damit das ohne Nachfragen funktioniert, muss das Band natürlich erst mal einen gewissen Bekanntheitsgrad haben. Das wissen auch die drei ehemaligen Hamelner Schüler des Albert-Einstein- und Viktoria-Lusie-Gymnasiums. Aber sie sind optimistisch: „Wir haben jede Menge Anfragen und bereits an die 400 Bänder verkauft.“

Besonders großzügig zeigte sich der Abitur-Jahrgang 2015 des Albert-Einstein-Gymnasiums: Die Schüler haben 1000 Euro gespendet – „das war eine große Hilfe“, sagt Himler.

Der Gesamterlös soll unter anderem in ein Sportprojekt für Flüchtlingskinder an der Universität Osnabrück fließen, aber auch Hamelner Projekte sind dabei.

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