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Seit über einem halben Jahr ohne neue Zuweisung Jahr in Unterkunft

Flüchtling droht von Kasernendach zu springen

Hameln. Ein 29 Jahre alter Flüchtling hat am Mittag angedroht, sich das Leben zu nehmen. Der Iraker war auf das Dach eines Wohnblocks gestiegen und drohte sich in die Tiefe zu stürzen. 

veröffentlicht am 04.04.2016 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

Rettungskräfte mussten nicht mehr eingreifen.
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Der junge Mann war offenbar verzweifelt: Ein 29 Jahre alter Asylbewerber ist Montagmittag auf das Dach eines Wohnblocks der Linsingen-Kaserne geklettert und drohte, sich in die Tiefe zu stürzen. Der Mann ist seit über sechs Monaten in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Eine Zuweisung in eine andere Unterkunft soll der Iraki bislang noch nicht erhalten haben. Darin soll der Grund für sein Handeln liegen. Offenbar hatte der allein angereiste und an Depressionen leidende Flüchtling keine andere Wahl mehr gesehen, als sich das Leben zu nehmen.
 Beim Landkreis sei man froh, dass nichts weiter passiert sei und die Lage schnell entschärft wurde, sagte Pressesprecherin Sandra Lummitsch. Mitarbeiter der Einrichtung hatten den Mann mithilfe eines Dolmetschers zur Aufgabe bewegen können, noch bevor zur Höhenrettung angeforderte Kräfte der Feuerwehr das Kasernengelände erreichten. „Es trifft zu, dass der Mann sechs bis sieben Monate hier ist“, sagten Ermittler der Polizei. Durch eine Erkrankung habe der Flüchtling im März nicht verlegt werden können. „Inzwischen haben alle Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung eine Zuweisung erhalten – auch der Mann aus dem Irak“, stellte Lummitsch fest. Die Kaserne verlassen konnten jedoch noch nicht alle. Der 29-Jährige will nicht gewusst haben, dass inzwischen eine Zuweisung vorliegt, so die Ermittler. Der 29-Jährige stimmte zu, sich in eine psychiatrische Klinik zu begeben. fn

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