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Doris Schröder-Köpf über Integration und Flüchtlingspolitik

Enorme Leistung der Ehrenamtlichen

veröffentlicht am 31.08.2016 um 10:35 Uhr
aktualisiert am 05.09.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph

Ihr Abgeordneten-Kollege Ulrich Watermann lieferte die Einstimmung auf das Thema, die die Vorsitzende des Bad Pyrmonter Integrationsrates, Kyriakoula Koussataloglou-Mund mit einem sehr persönlichen Bericht über ihre eigene Migrationsgeschichte noch vertiefte. Wichtig – so beide Redner – sei vor allem eine enge Kommunikation mit der einheimischen Bevölkerung, denn erst sie wecke Verständnis für die Probleme von Migranten. Elementar sei die Sprachförderung, dazu auch die Vermittlung von Regeln des Zusammenlebens in einer demokratischen Gesellschaft sowie die Integration von Flüchtlingen und Migranten in den Arbeitsmarkt und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Diese Argumente unterstützte Doris Schröder-Köpf eindringlich, sachkundig und empathisch. Die vielfach ehrenamtlich Tätige ist seit 2013 Landesbeauftragte und sieht das Integrationsproblem sehr differenziert. „Vor einem Jahr wurden Mengen von Flüchtlingen auf der Balkanroute einfach ohne Formalitäten durchgewunken. Wir hätten lieber Kontingente gehabt, denn die hätten sich besser verarbeiten lassen und wären berechenbarer gewesen“, kritisierte sie die damalige Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. „Aber wir haben Nachtragshaushalte eingerichtet, denn alles, was wir helfen wollen, kostet Geld.“

Ihr liegen vor allem die Menschen am Herzen, die mit traumatischen Erlebnissen ins Land kommen. Vor dreieinhalb Jahren habe es in Niedersachsen gerade 16 Sprachlernklassen gegeben, nun seien es mehr als 600 in Niedersachsen. „Das ist eine tolle Leistung der Lehrer und auch der Bürokratie“, lobte sie und verwies darauf, dass es ein „riesiger Kraftakt für alle Systeme“ gewesen sei. Besonders hob Schröder-Köpf die enormeLeistung der Ehrenamtlichen hervor. „Nichts hätte ohne sie funktioniert,“ ist sie sicher, „aber so viel Gemeinsinn stärkt auch das ganze Bundesland.“ Und das Fazit von Doris Schröder-Köpf lautete. „Es gibt keine wirkliche Trennung mehr von Außen- und Innenpolitik“, sagte sie, „wir müssen daher langfristig die Herkunftsregionen stärken. Doch die Probleme sind zu schaffen, wenn wir alle anpacken.“

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