weather-image
Lehrkräfte der KGS wollen ehrenamtlich Sprachkurse für Jugendliche und Erwachsene anbieten

Deutschkurse in den Freistunden

Bad Münder. Was Deutschkurse für Migranten und Flüchtlinge angeht, setzt Bad Münder landkreisweit ein Zeichen. KGS-Lehrkräfte wollen jetzt Sprachunterricht anbieten – ehrenamtlich in ihren Freistunden.

veröffentlicht am 19.09.2015 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 12.10.2015 um 18:14 Uhr

270_008_7772299_lkbm102_2412_kgs_aussen03.jpg

Autor:

Christoph Huppert

Der Hintergrund: Seit 2008 gibt es in Bad Münder bereits Sprachkurse für Flüchtlinge. Lange Zeit hat Bärbel Molitor erwachsene Migranten vor allem im Evangelischen Gemeindehaus in der Echternstraße unterrichtet. Die Sozialraum AG und der Arbeitskreis gegen Ausländerfeindlichkeit Bad Münder hatten sie dabei unterstützt. „Seit letztem Jahr hat Frau Molitor den Unterricht im Wesentlichen an Mariecan Mohamed-Said übergeben“, so Pastor Dietmar Adler. „Sie unterrichtet jeweils montags bis freitags eine Gruppe aus den verschiedensten Ländern.“

Angesichts der durch die Zuwanderer immer brisanter werdenden Notwendigkeit des Spracherwerbs haben sich einige Lehrer der KGS entschlossen, Deutschunterricht in ihren Freistunden zu geben. Die kommissarische KGS-Leiterin Malihe Papastefanou: „Das Projekt steckt zwar noch in den Kinderschuhen, aber es ist vorgesehen, an der KGS an zwei Vormittagen in der Woche jeweils zweieinhalb Stunden Deutschunterricht anzubieten. Und zwar für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene.“ Die Kurse seien also offen für alle, die Deutsch lernen möchten. Bei zu großem Andrang sollen die Unterrichtsgruppen eventuell aufgeteilt werden.

An der KGS werden bereits seit eineinhalb Jahren Schüler in einer Sprachlernklasse unterrichtet (wir berichteten). Im Sommer hat die Schule die Genehmigung für die Einrichtung einer zweiten Klasse erhalten. Papastefanou: „Diese Schüler nehmen im Regelunterricht in Fächern teil, die nicht sprachlastig sind, wie etwa Sport, Musik oder Kunst, und werden mit fortschreitenden Deutschkenntnissen immer weiter in die Regelklassen integriert.“ Der Aufenthalt in einer Sprachlernklasse beträgt dabei maximal zwei Jahre.

Ziel des Deutschunterrichts für Ausländer ist es, vor allem die Kommunikationsfähigkeit im Alltag herzustellen und zu fördern. „Daher arbeiten wir viel mit Bildern und Gesten, sodass die Bezugssprache keine zu große Rolle spielt“, erklärt Papastefanou. Derzeit sind im Schülerbereich fünf Kollegen beschäftigt, im ehrenamtlichen Förderunterricht zwölf Pädagogen, wobei weitere Lehrkräfte ihre Mitarbeit angekündigt haben. „Was jedoch immer vom aktuellen Stundenplan und der Lage der jeweiligen Freistunden abhängig ist“, erklärt die Schulleiterin.

Die Erwachsenenkurse sollen über die Integrationslotsen und Flyer publik gemacht werden. Lehrer, Eltern und Schüler arbeiten gerade an der KGS an der Herstellung von Broschüren in mehreren Sprachen. Der Start dieses im Landkreis einzigartigen Projektes ist nach den Herbstferien geplant. „Jeweils montags von 10 bis 12.30 Uhr und mittwochs von 9 bis 11.30 Uhr wollen wir unsere Deutschkurse anbieten“, kündigt Papastefanou an. Ideengeber sind Thorben Misselhorn und Malihe Papastefanou. Misselhorn hatte bereits im vergangenen Schuljahr einem syrischen Schüler außerhalb des offiziellen Unterrichts ehrenamtlich Deutschunterricht gegeben. „Wie lange das Projekt laufen wird, wissen wir noch nicht. Jetzt hoffen wir erst einmal auf einen guten Start“, so Papastefanou.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare