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Münchhausenstadt bereitete sich auf weitere Zuzüge vor / Engagierte DRK-Ortsvereine

Bodenwerder sammelt für Flüchtlinge

Bodenwerder. Immer Dienstag und Mittwoch treffen sich Giesela Albrecht, Renate Schüler und Friedlinde Muuß bei gutem Wetter an einer Garage in der Elsa-Brandström-Straße. Auf im Freien aufgestellten Bierzeltgarnituren wird dann Kleidung sortiert für Flüchtlinge. „Dringend benötigt werden derzeit kleine Herrengrößen und Bekleidung für Kinder, die in einem guten Zustand sind“, erklärt Renate Schüler. Doch auch gebrauchte, noch verkehrssichere Fahrräderin in allen Größen, Roller, Spielzeugautosund Inliner werden hier von den DRK-Damen gern für die Asylsuchenden angenommen. Der DRK-Ortsverein Hehlen sammelt übrigens am heutigen Freitag in den Orten Hehlen, Daspe, Hohe und Brökeln ab 15 Uhr ebenfalls Altkleider und -schuhe.

veröffentlicht am 01.10.2015 um 18:16 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite

39 Flüchtlinge beherbergt die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle derzeit in Hehlen, Polle und Bodenwerder. Und wie Samtgemeindebürgermeister Joachim Lienig in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses der Münchhausenstadt versichertem, „Sind wir auf die derzeitige Situation gut vorbereitet“. Jetzt hänge aber alles davon ab, wie der Zuweisungs-Ansturm auf die Samtgemeinde aussehen werde.

Lienig-Stellvertreter Fred Burkert gibt in diesem Zusammenhang aber zu bedenken, dass der Wohnraum für Flüchtlinge eines der drängendsten Zukunftsfragen für der Kommune sein werde. Doch auch hier sei bereits freier Wohnraum an die Gemeinde gemeldet. Diese Meldungen seien zur weiteren Koordination an den Landkreis weitergeleitet worden. Grundsätzlich sollen Flüchtlinge jedoch nur dort untergebracht werden, wo Infrastruktur, sprich Nahverkehr, Geschäfte und Ärzte vorhanden sind, so der allgemeine Stellvertreter des Samtgemeindebürgermeisters. Bei den Kindergärten seinen freien Ressourcen schon von der Verwaltung sondiert worden. Burkert: „Die Kindertagesstätten werden stark gefordert sein.“

Während die Hilfsangebote für die Flüchtlinge nach Auskunft von Joachim Lienig derzeit in der Samtgemeinde erfreulich gut sind – allen 39 Flüchtlingen hätte bereits ein ehrenamtlicher Betreuer zur Seite gestellt werden können – sei das Transportproblem für die Neuankömmlinge indes noch nicht befriedigend gelöst: Da Bustransporte nicht kostenfrei für die Asylbewerber seien, habe die Freiwillige Feuerwehr zwar bereits einen Fahrdienst organisiert. Für die individuelle Mobilität – beispielsweise für Fahrten zum Einkaufen oder zur Deutschunterricht, der derzeit im Jugendzentrum Klex stattfindet, wäre es jedoch sinnvoll, wenn für die Flüchtlinge noch gebrauchter Fahrräder gespendet würden. Mit Möbelspenden sei man derzeit aber noch zurückhaltend, so der Samtgemeindebürgermeister: Zum einen fehle größerer Lagerraum, zum anderen Personal, dass das gestiftete Mobiliar begutachtet, sodass die Eingänge nicht am tatsächlichen Bedarf vorbeigingen und die ganze Sache nicht in eine Sperrmüll-Entsorgung abglitte.

Als erfreulichen Umstand wurde im Sozialausschuss die Tatsache gewertet, das junge Asylbewerber, zumal wenn sie Sprachunterricht im Klex wahrnehmen, anschließend auch die Räume des Jugendzentrums aufsuchen. So hat Sina Schubert, Stadtjugendpflegerin und Leiterin des Jugendzentrums, festgestellt, dass seit Anfang September auch junge Flüchtlinge die offenes-Haus-Angebote des Klex in Bodenwerder wahrnehmen, hier Billard spielen oder die Internet-Möglichkeiten nutzen. Frieda Weber, die derzeit als Dozentin den Deutschkurs der Kreisvolkshochschule für Flüchtlinge leitet, unterstreicht, dass diese Nachmittagsaufenthalte erfreulich und wichtig seien für die sprachliche und integrative Entwicklung ihrer Schützlinge. Und auch die Sozialausschuss-Mitglieder Monika Meyer und Friedrich Dornette (beide SPD) sprachen sich dafür aus, diese neuen Kontakte positiv zu sehen: „Dass sie das Klex-Angebot annehmen, bestätigt doch den Integrationswillen. Deshalb sollte das gefördert werden“, so Monika Meyer.

Auch „Die Tafel“ nimmt wieder Kleidung an / Nach Annahme-Stopp nun wieder Bedarf / Ein weiterer Abgabe-Tag

odenwerder. Die „Tafel“, einer Zweigstelle des Vereins „Holzmindener Tafel e.V.“ will nach der Abnahmepause nun ab Oktober wieder Kleiderspenden annehmen. Benötigt werden vor allem Wintergarderobe, also wärmende Oberbekleidung wie Jacken, Pullover und Hosen für Damen, Herren (insbesondere in den Größen S und M), Kinder und Babys, außerdem Bettwäsche sowie Handtücher und Hygieneartikel wie Zahnpasta, Shampoo und Duschgel (alles originalverpackt). Auch an Turnschuhen und warmen Winterstiefeln besteht großer Bedarf.

Um auch Berufstätigen eine Möglichkeit zur Spendenabgabe anzubieten, werden ab Oktober haltbare Lebensmittel, Kleidung und andere Artikel zusätzlich jeden ersten Freitag im Monat angenommen, allerdings nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung (0157/55 75 72 19).

Mit offenen Armen nimmt das „Tafel“-Team in Bodenwerder nach wie vor das Angebot der ehrenamtlichen Mitarbeit an. „Speziell für die Kleiderkammer suchen wir dringend Unterstützung“, so Gerda Boé. „Es ist eine sinnstiftende Beschäftigung. Wer dieses Gefühl spüren möchte, ist herzlich eingeladen, bei uns vorbeizuschauen und mit anzufassen.“saw

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