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Café International und Fahrradwerkstatt sollen im nächsten Jahr starten

Ausbau des Angebots für Flüchtlinge

Hessisch Oldendorf. Seitdem zunehmend Flüchtlinge nach Hessisch Oldendorf kommen, hat sich auch die Stadt verändert. Das Rathaus ist zum Treffpunkt geworden – vor allem das Kultourismusforum. Dort finden zwei von vier Deutschkursen statt, ab dem 11. Januar auch das Café International, das Flüchtlingsfamilien zum Austausch, Spielen und Kaffeetrinken offenstehen soll.

veröffentlicht am 14.12.2015 um 01:00 Uhr
aktualisiert am 14.12.2015 um 21:35 Uhr

Als „Aufbruchstimmung“ bezeichnet Fachbereichsleiterin Margareta Seibert, was derzeit in Sachen Flüchtlingen passiert. „Wir bringen hier einiges in Bewegung“, sagt sie und betont: „Im ganzen Land ist die Rede von der Stimmung, die zu kippen droht – bei uns sind die vielen Ehrenamtlichen das Gesicht der anderen Seite.“ 100 Menschen, Frauen wie Männer, jüngere wie ältere, packen mit an, wenn die Verwaltung nicht mehr machen kann. „Es mag sich kaum einer vorstellen können, mit welcher Intensität hier im Rathaus gearbeitet wird“, erklärt Bürgermeister Harald Krüger und lobt gleichzeitig das Engagement der Eherenamtlichen. Für einen besseren Austausch zwischen Helfern und Verwaltung wird derzeit vom Rathaus die Stelle eines Koordinators ausgeschrieben. Eine weitere Kraft soll den Fachbereich Soziales bereits zum Anfang des kommenden Jahres unterstützen.

Die freiwilligen Helfer haben sich bei ihrer Arbeit in mehrere Gruppen aufgeteilt. Da gibt es etwa die AG Kleiderkammer oder die AG Sprachförderung, die mit einem fünften Sprachkurs im Januar startet. Die AG Fahrradwerkstatt nimmt Anfang 2016 ihre Arbeit auf, Patenschaften und Kinder-Notbetreuung übernehmen mitunter auch Nachbarn. 14 Hessisch Oldendorfer haben sich bereits zu Integrationslotsen ausbilden lassen, weitere sollen folgen. Im Verborgenen sei somit ganz viel entstanden – „die Ehrenamtlichen leisten Hervorragendes“, lobt Fachbereichsleiterin Seibert.

Die Stadt möchte ihre Hausaufgaben machen, denn bei 118 Flüchtlingen von September bis Ende Januar 2016, insgesamt 200 im Jahr 2015, muss für eine Integration einiges vorbereitet werden. Von Februar bis Ende März sollen dann noch weitere 106 Flüchtlinge dazukommen. „Danach kommt die neue Quote, die sich gegenüber dem Vorjahr verdoppeln soll“, so Seibert. Schätzungsweise 400 Flüchtlinge sollen 2016 insgesamt in der Stadt leben.

Auf Vorschlag der Gleichstellungsbeauftragten Stephanie Wagener ist für den Sommer 2016 ein Kindersprachcamp mit Ferienbetreuung geplant. In der Malschule wird eine Familientagespflege mit Ergotherapeutin als Modellprojekt aufgebaut. Weitere Projektideen liegen in der Schublade. Dringend gesucht werden nach wie vor Wohnungen.

„Wir können es hier in Hessisch Oldendorf nur so gut machen, wie es irgendwie geht“, sagt Bürgermeister Krüger. Auch wenn nicht alle Menschen den Flüchtlingen gegenüber unkritisch gegenüberstehen würden, appelliert er an seine Mitbürger, dass man nur Positives zurückerwarten könne, wenn man selbst auch bereit sei, Positives zu geben.

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