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Von der Kurzzeitpflege zur Flüchtlingsunterkunft: Im ehemaligen DRK-Haus leben sieben Frauen und 14 Kinder

„Alles funktioniert reibungslos“

Hessisch Oldendorf. Für 1,2 Millionen Euro wurde die DRK-Kurzzeitpflege gebaut, am 1. Oktober 2013 eingeweiht und nach nicht ganz zwei Jahren wieder geschlossen. Seitdem ist der Landkreis Hameln-Pyrmont Mieter der Einrichtung: Untergebracht sind dort nun schutzbedürftige Flüchtlings-Frauen und Kinder.

veröffentlicht am 03.04.2016 um 14:12 Uhr
aktualisiert am 11.04.2016 um 15:42 Uhr

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Autor:

von Karen KLages

„In der Einrichtung leben sieben Frauen und 14 Kinder“, erklärt Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch. Der Landkreis hat die zentrale Unterbringung der Flüchtlinge in Hessisch Oldendorf auf lange Sicht geplant: „Gemietet wurde das Haus für zehn Jahre“, sagt Lummitsch. Ein Leerstand, wie derzeit in der Linsingen-Kaserne, sei in dieser Einrichtung nicht zu befürchten.

Frauen und Kinder

versorgen sich eigenständig

In der Unterkunft wohnen die Frauen und Kinder sozusagen als Wohngemeinschaft zusammen, die sich eigenständig versorgt und verpflegt. Vonseiten des Landkreises werden die Bewohner lediglich stundenweise mit Sozialarbeit betreut. In der Stadt Hessisch Oldendorf nehmen sie an sozialen Angeboten teil, wie Bürgermeister Harald Krüger erklärt. So gehen die Kinder seit Anfang des Jahres zur Großtagespflege ins Kinder- und Jugendhaus (ehemals Malschule); auch in Sprachkursen werden die Flüchtlinge seitens der Verwaltung untergebracht. „Es funktioniert alles reibungslos“, macht Krüger deutlich.

Man könnte sagen: Für Stadt, Landkreis und DRK eine „Win-Win-Situation“. „Wir haben somit die leider nicht mögliche wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes durch Kurzzeitpflege positiv umwandeln können“, fand Martin Skorupski, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands, kurz nach Abschluss des Mietvertrages mit dem Landkreis schon positive Worte für die Schließung der Pflegeeinrichtung und Umwandlung in eine Flüchtlingsunterkunft. Es werde „keinen Tag einen Leerstand des Gebäudes geben“.

Bereits Anfang vergangenen Jahres hatte das DRK die Immobilie der Stadt angeboten. Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger hatte damals keine Verwendung gesehen und abgelehnt. Die Unterbringung von Flüchtlingen sei „eine gesellschaftliche Aufgabe, der wir uns als DRK verpflichtet fühlen“, begründete Skorupski, dass die Hilfsorganisation bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle gerne mithelfe. Krüger lobte bereits im September die Unterbringung als „qualitativ und konzeptionell neuen Ansatz“, der gut mit der Absicht der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge zusammenpasse. Nach der Ankunft werden die Neuankömmlinge vom Team Flüchtlingssozialarbeit des Landkreises Hameln-Pyrmont begleitet. Zudem stehen ihnen Dolmetscherinnen in der Anfangszeit bei Verständigungsproblemen zur Verfügung. Nachdem sich die Frauen und Kinder eingelebt haben und in ihrer neuen Umgebung angekommen sind, werden sie zeitnah dezentral untergebracht.

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