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Jugendamt sucht Gastfamilien und Vormünder für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

70 junge Menschen hoffen auf sichere Zukunft

Hameln-Pyrmont. Nicht selten fliehen sie wochenlang Tausende von Kilometern vor Krieg und Verfolgung und kommen dann irgendwann in Deutschland an – allein! Junge Menschen ohne ihre Eltern, sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die aktuell in großer Zahl in eine, wie sie hoffen, sichere Zukunft aufbrechen. Im Landkreis Hameln-Pyrmont sind inzwischen rund 70 junge Menschen – meist im Alter von 15 bis 17 Jahren – angekommen, um die sich das Jugendamt in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfeeinrichtung „Wendepunkt“ kümmert. Das hat der Landkreis mitgeteilt.

veröffentlicht am 25.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.11.2015 um 10:23 Uhr

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„Hier angekommen richtet das Kreisjugendamt dann eine Vormundschaft für sie ein, die die rechtlichen Angelegenheiten regelt, und kümmert sich anschließend um eine geeignete Unterbringung, momentan in Jugendhilfeeinrichtungen wie dem Wendepunkt sowie in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Linsingen-Kaserne“, erklärt Andreas Kopp, Leiter des Jugendamtes beim Landkreis Hameln-Pyrmont. „Eine gute Alternative ist zudem die Unterbringung in einer Gastfamilie, die die Jugendlichen bei den ersten Schritten in Richtung Integration begleitet.“

Das Kreisjugendamt sucht deshalb Menschen im Landkreis, die bereit sind, junge Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen. „Die Verständigung auf Deutsch oder Englisch ist zwar nicht mit allen jungen Flüchtlingen sofort möglich, die ersten Erfahrungen zeigen aber, dass die jungen Flüchtlinge schnell Deutsch lernen und sehr motiviert sind, sich zu integrieren“, weiß Kopp zu berichten.

Interessierte Familien, Paare, Lebensgemeinschaften und auch Einzelpersonen sollten ein Zimmer zur Verfügung stellen können und bereit sein, den Jugendlichen in ihren Alltag mit einzubeziehen, wie der Landkreis mitteilt. Die finanzielle Versorgung sowie Beratung und Begleitung der Jugendlichen übernimmt das Kreisjugendamt. „Hilfreich ist zudem die Bereitschaft, sich mit einer anderen Kultur und auch einer anderen Religion auseinanderzusetzen“, erläutert die Pressestelle.

Auch Vormundschaften durch Ehrenamtliche sind für die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge erforderlich, da eine gesetzliche Vertretung gegeben sein muss, wenn die Eltern diese nicht ausüben können. „Die Ausübung dieser Aufgabe ist ebenfalls sehr wichtig, aber nicht damit verbunden, den jungen Menschen selbst im eigenen Haushalt aufzunehmen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Am morgigen Donnerstag, 26. November, informiert Andreas Kopp gemeinsam mit weiteren Fachleuten aus dem Jugendamt über die Aufgaben, Rechte und Pflichten als Vormund beziehungsweise als Gastfamilie und steht für Fragen zur Verfügung. Alle Interessierten sind zu der Informationsveranstaltung morgen um 18 Uhr im Forum der Hamelner Handelslehranstalt, Mühlenstraße 16, eingeladen. Im Anschluss an die Veranstaltung ist eine erste Kontaktaufnahme mit Mitarbeitern des Jugendamtes möglich, die gezielte Auskünfte geben und auf Wunsch auch die Daten potenzieller Gasteltern oder Vormünder notieren. Weitere Informationen sind jederzeit im Jugendamt bei Anette Wehrmann unter der Nummer 05151/9033421 oder per E-Mail an anette.wehrmann@hameln-pyrmont.de erhältlich.red

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