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Zuwanderungsquote sinkt seit März

2303 Flüchtlinge leben im Landkreis

Hameln-Pyrmont. Die Zahl der im Landkreis Hameln-Pyrmont ankommenden Flüchtlinge ist seit Schließung der Balkanroute deutlich gesunken. Im Dezember kamen 382 Asylsuchende, die den acht Städten und Gemeinden zugewiesen wurden. Im März waren es nur noch 189 Neuankömmlinge – Tendenz im April weiter fallend.

veröffentlicht am 20.04.2016 um 16:33 Uhr
aktualisiert am 25.04.2016 um 15:20 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Deutschland ist seit Schließung der Balkanroute deutlich gesunken. Das ist auch im Landkreis Hameln-Pyrmont zu spüren. Während im vergangenen November 281 Menschen den Landkreis erreichten und im Dezember sogar 382, waren es im März nur noch 189 Flüchtlinge. Im April sind es (Stand: 19. April) bisher 33 Neuankömmlinge, die den acht Städten und Gemeinden zugewiesen wurden. Die Zuweisungsquote für das erste Quartal, die eigentlich bis Ende März gelten sollte, wurde aufgrund der Entwicklung vom niedersächsischen Innenministerium bis voraussichtlich Ende Juli verlängert. In der ehemaligen Linsingen-Kaserne, die vom Landkreis als Erstaufnahmeeinrichtung für Familien wird, sind derzeit noch zehn Menschen untergebracht.

Im Kreishaus an der Süntelstraße mag man trotz des derzeitigen Rückgangs noch nicht von einer Entspannung der Situation sprechen. „Auch wenn die Balkanroute derzeit geschlossen ist und momentan so gut wie keine Flüchtlinge im Landkreis ankommen, dürfen wir nicht davon ausgehen, dass das ein Dauerzustand wird“, sagt Kreissprecherin Sandra Lummitsch.

Nach wie vor stünden tausende Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze. Es sei davon auszugehen, dass Deutschland einen großen Anteil an syrischen Familien im Rahmen des Türkei-Pakts aufnehmen werde. „Überdies ist damit zu rechnen, dass Schlepperbanden andere Wege in die europäische Union und damit auch nach Deutschland finden. Deutlich wird ja schon jetzt, dass die Mittelmeerroute wieder verstärkt genutzt wird. Schließlich haben wir an vielen Stellen auf der Welt Krisenherde“, erklärt Lummitsch.

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  • Seit dem 1. Januar 2015 wurden dem Landkreis bisher insgesamt 2303 Asylsuchende zugewiesen. dpa

Seit dem 1. Januar 2015 wurden dem Landkreis bisher insgesamt 2303 Asylsuchende zugewiesen. Im vergangenen Jahr fanden 1586 Personen zumindest vorläufig im Kreisgebiet ihre neue Heimat. Seit dem 1. Januar 2016 bis zum vergangenen Dienstag waren es 717 weitere Menschen, die einen Asylantrag in Deutschland gestellt haben und nun im Landkreis Hameln-Pyrmont wohnen.

Ein Blick auf Vergleichszahlen aus den Vorjahren zeigt, wie sich die Flüchtlingskrise auch auf die Entwicklung vor Ort auswirkte. Im Jahr 2013 waren es nach Angaben des Landkreises 208 Flüchtlinge, die auf die acht Städte und Gemeinden verteilt werden mussten. 2014 stieg die Zahl auf 303.

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