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Im nächsten Quartal soll die Zahl um 69 steigen / Wohnungen gesucht

119 Flüchtlinge leben aktuell in der Gemeinde Aerzen

Aerzen. Das Wort des Jahres 2015 lautet „Flüchtlinge“, weil der Begriff stark im deutschen Wortschatz verankert sei und die zentrale gesellschaftliche Diskussion auf den Punkt bringe, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden ihre Entscheidung. Am Thema „Flüchtlinge“ kommen auch Rat und Verwaltung nicht vorbei und so wurden vom Flecken Aerzen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend und Sport, Senioren, Soziales und Kindergärten die neuesten Zahlen vorgestellt: Bis Mitte Dezember haben in Aerzen, Groß Berkel, Grupenhagen und Königsförde 19 Familien und 48 Einzelpersonen eine Unterkunft gefunden. Insgesamt sind dies 119 Menschen.

veröffentlicht am 21.12.2015 um 16:23 Uhr
aktualisiert am 20.01.2016 um 12:06 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan

Im Einzelnen sind es 65 Männer, 22 Frauen sowie 19 Jungen und 13 Mädchen. Fast die Hälfte der Neubürger – insgesamt 61 Personen – sind im Alter von 21 bis 30 Jahren. Mit 41 Personen macht die Gruppe der aus dem Irak Stammenden den größten Anteil aus, gefolgt von 18 Syrern. Darüber hinaus kommen die Flüchtlinge aus Tschetschenien (11), Albanien und Montenegro (jeweils 10), dem Kosovo (8), der Türkei (6), Serbien (5), Georgien und Afghanistan (jeweils 4) sowie aus Pakistan und Somalia (jeweils eine Person).

Untergebracht wurden 55 Personen in Aerzen, 29 in Groß Berkel, 21 in Grupenhagen und 14 in Königsförde. „Für das erste Quartal des neuen Jahres wurde die Zahl der im Flecken Aerzen ankommenden Personen auf 69 festgelegt“, berichtet Bürgermeister Bernhard Wagner zur weiteren Entwicklung der Flüchtlingszahlen. „Das bedeutet, diese Zahl an Flüchtlingen kommt verbindlich und benötigt Wohnraum.“

Nach wie vor setzt die Gemeinde auf eine dezentrale Unterbringung in vom Landkreis angemieteten Privatwohnungen, um eine Belegung von Dorfgemeinschaftshäusern und Sporthallen zu vermeiden. „Aus diesem Grund sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Bitte bieten Sie Wohnraum an, auch in den Ortsteilen, die zurzeit noch keine Flüchtlinge aufgenommen haben“, appelliert Wagner an alle Bewohner. Denn wenn man die Zahlen für die ersten drei Monate auf das gesamte kommende Jahr hochrechne, kommt dabei eine Zahl heraus, die die Zuwanderungszahlen dieses Jahres deutlich übersteigt, rechnet Wagner vor. Die Gemeinde sucht auch Helfer, die bereit sind, den Flüchtlingen etwas von ihrer Zeit zu schenken und ein Patenamt für die Neubürger zu übernehmen. Dabei gehe es weniger um Sprachförderung, die mittlerweile durch Sprachkurse gut abgedeckt werde, als darum, als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung zu stehen und den Flüchtlingen zu vermitteln, wie bei uns die Gesellschaft funktioniert, so der Bürgermeister.

Neu ist im kommenden Jahr auch die Begegnung im evangelischen Gemeindehaus, ein weiteres Hilfsangebot für Flüchtlinge, initiiert durch Mitglieder der ehrenamtlichen Initiative „Runder Tisch Asyl“ in Aerzen. „Einmal monatlich am Samstagnachmittag findet ein Café als Treffpunkt für Flüchtlinge sowie Helfer und Helferinnen und alle Interessierten statt“, erklärt das Organisationsteam. Weitere Informationen gibt es beim evangelischen Pfarrbüro (05154/3473). Das erste Treffen ist am Samstag, 23. Januar, von 15 bis 17 Uhr im Pfarrhaus.

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