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Neue Zuweisungsquote stellt Stadt vor Herausforderung

111 Flüchtlinge kommen bis Ende März

Bereits vor einer Woche hat das Innenministerium mitgeteilt, dass das Land die neuen Quoten zur Aufnahme von Asylsuchenden festgelegt hat. Gestern wurden Bürgermeister Hartmut Büttner die Zahlen für Bad Münder vorgelegt: Die Kurstadt soll in den nächsten drei Monate 111 Flüchtlinge aufnehmen.

veröffentlicht am 11.12.2015 um 00:03 Uhr
aktualisiert am 14.12.2015 um 17:26 Uhr

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Autor:

MIra Colic

Bad Münder. Bereits vor einer Woche hat das Innenministerium mitgeteilt, dass das Land die neuen Quoten zur Aufnahme von Asylsuchenden festgelegt hat. Dabei wird von 50 000 Menschen ausgegangen, die bis Ende März nach Niedersachsen kommen werden. Gestern sind die Bürgermeister der Gemeinden und Kommunen des Landkreises zu einem Gespräch in Hameln zusammengekommen, in dem die neuen Zahlen genannt wurden. Bad Münder soll in den nächsten drei Monate 111 Flüchtlinge aufnehmen.

Eigentlich war die neue Verteilungsquote erst für Ende Januar erwartet worden, allerdings sei durch die „historisch hohen Zugangszahlen“ in den vergangenen Monaten das Kontingent bereits ausgeschöpft gewesen. Überrascht sei er von der Zahl nicht, sagt Marcus Westphal, Leiter der Projektgruppe „Aufnahme und Integration“. In diesem Jahr waren es insgesamt 192 Asylbewerber – allein 66 werden vom 9. November, dem Start der Projektgruppe, bis Ende des Monats sein. „Damit ist die neue Quote nur eine Fortsetzung von dem, was wir aus den vergangenen Wochen kennen.“ Viel spannender sei die Frage, wie es ab April weitergehe. „Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, und zwar nicht nur für die Projektgruppe, sondern auch für die Ehrenamtlichen.“

Eine unmittelbare Auswirkung auf die Unterbringung in der Kurstadt werde die neue Zuweisung jedoch nicht haben, glaubt Westphal. Demnach habe die Verwaltung für die ersten beiden Wochen im neuen Jahr die Unterbringung geplant und vorbereitet. „Bisher haben wir es gemeinsam mit den Vermietern geschafft, eine dezentrale Unterbringung zu gewährleisten.“ Natürlich müsse man aber auch auf die städtischen Wohnungen zurückgreifen. So werde die bisherige Notunterkunft in Hamelspringe, aus der gerade eine Familie ausgezogen sei, nach einigen notwendigen Renovierungsarbeiten als reguläre Wohnung, die dauerhaft belegt werden soll, zur Verfügung gestellt.

„Durch die beiden Puffergebäude an der Wallstraße und am ehemaligen Schulstandort in Hachmühlen müssen wir auf diese Notwohnung nicht mehr zurückgreifen“, erklärt Westphal und betont: „Diese beiden Einrichtungen sollen nur für Notfälle belegt werden – und dann auch nur für wenige Tage oder Wochen. Es geht nicht um eine dauerhafte Unterbringung.“

Anders sieht es bei dem Objekt in dem Schulkomplex in Bakede aus, das sich über dem Dorfgemeinschaftsraum befindet. Diese möchte die Verwaltung nach erforderlichen Sanierungsmaßnahmen als Wohnung für Flüchtlinge zugänglich machen (wir berichteten). Hier würden allerdings aufgrund der auch öffentlichen Nutzung andere Voraussetzungen vorliegen – und daher auch die mit geschätzten 50 000 Euro hohe Kosten, die zum Teil durch Brandschutzarbeiten entstehen. „Das Konzept und die Refinanzierung sollen mit dem Landkreis abgestimmt werden“, erklärt Westphal.

Auch bezüglich der Kosten für die beiden Puffergebäude befinde man sich mit der Kreisverwaltung noch in „positiven Gesprächen“, wie sich der Projektgruppenleiter ausdrückt. Mehr wolle er jedoch zurzeit, bevor die Verträge unterzeichnet seien, nicht verraten. Die Arbeiten in Hachmühlen sind bereits abgeschlossen, vor Weihnachten soll planmäßig auch die Sanierung in der ehemaligen Awo-Begegnungsstätte abgeschlossen sein.

Erst gestern sind auch wieder zwölf Flüchtlinge aus der Linsingen-Kaserne nach Bad Münder gebracht worden. Seit etwa drei Wochen müssen die Neuankömmlinge nicht mehr von Verwaltungsmitarbeitern aus der Rattenfängerstadt abgeholt werden, sondern diese mit Bussen in die Kurstadt kommen. Hier werden sie dann von der Verwaltung, Integrationslotsen und Sprachmittlern empfangen.

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