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Drohen der Stadt Millionenkosten? Kreisbrandmeister hält zumindest neue Duschen für verzichtbar

Wo Feuerwehren abspecken könnten

Hameln. Mehr als 7,5 Millionen Euro werden benötigt, um die zwölf städtischen Feuerwehrhäuser auf den neuesten Stand zu bringen. Das zumindest haben die beiden von der Verwaltung beauftragten Architekten Uwe Brinkmann (Hagenburg) und Herwig Krause (Hannover) errechnet (wir berichteten). Doch wie sinnvoll sind die millionenschweren Baumaßnahmen eigentlich, und sind wirklich alle notwendig?

veröffentlicht am 12.03.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 21.03.2013 um 10:18 Uhr

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von jennifer bremer

„Nein“, findet Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke, der sich auch in der Feuerwehr Hilligsfeld ehrenamtlich engagiert. „Priorität sollte vor allem die Sanierung älterer Feuerwehrhäuser haben, bei denen erhebliche Mängel bestehen“, betont er. Als Beispiele nennt er die Gebäude in Afferde, Klein Berkel oder Tündern. Dort sei es den Feuerwehrleuten nicht möglich, im Gerätehaus ins Fahrzeug einzusteigen. Der Grund: Die Autos seien inzwischen zu groß, die Gebäude zu klein.

„Natürlich kann auf Dienstanweisung veranlasst werden, dass alle draußen einsteigen“, sagt der Kreisbrandmeister. Dennoch: Die Gefahr sei gegeben, dass es durch die Enge im Gerätehaus zu einem Unfall komme: „Wenn der Fahrer in der Hektik zu schnell die Handbremse löst, hat ein Feuerwehrmann wenig Spielraum, um auszuweichen“, skizziert Wöbbecke ein Szenario. Eine mögliche Folge sei, dass ihm das tonnenschwere Auto über den Fuß rolle. „Und das wäre noch ein glimpflicher Ausgang.“ Deswegen bezeichnet der Kreisbrandmeister die Investitionen in die Vergrößerung der Häuser, um den Mindestabstand von 50 Zentimetern zwischen geöffneter Fahrzeugtür und Wand einzuhalten, als „sinnvoll“.

Dagegen hält er Ausgaben für die Einrichtung von Duschen, wie etwa in „seiner“ Wehr in Hilligsfeld geplant, für nicht zwingend notwendig. „Die machen in Gebäuden wie der Feuerwache in Hameln Sinn, wo hauptamtliche Kräfte 24 Stunden Dienst tun, aber in den kleinen Feuerwehren wie beispielsweise Hilligsfeld nicht.“ Seiner Meinung nach nimmt kaum ein Feuerwehrmann, wenn er von zu Hause oder dem Arbeitsplatz zu einem Einsatz gerufen wird, Seife und Ersatzkleidung mit ins Gerätehaus. „Außerdem wohnen viele nur zwei Minuten mit dem Auto entfernt, sodass sie nach einem Einsatz auch kurz wieder dorthin fahren können, um sich frisch zu machen.“

Feuerwehren zusammenzulegen, um nur eines von zwei Häusern umbauen zu müssen und dadurch die erheblichen Kosten spürbar zu senken, lehnt Wöbbecke ab: „Ohne Not sollte man keine bestehenden Strukturen zerstören.“

Stadtbrandmeister Gerhard Rathing erinnert daran, dass es sich bei den Maßnahmen um gesetzlich vorgeschriebene Bedingungen handelt, die eingehalten werden müssen, um die Sicherheit der Feuerwehrleute dauerhaft zu gewährleisten.

So hatte die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen vor gut einem Jahr nur den Feuerwehrhäusern in Holtensen und Welliehausen einen Unbedenklichkeitsstempel aufgedrückt – den anderen zehn Gebäuden attestierte sie mehr oder weniger gravierende Mängel.

Das Gebäude in Welliehausen ist eines von nur zwei Feuerwehrhäusern der Stadt Hameln, in denen die Sicherheitsstandards eingehalten werden. So beträgt dort der Abstand zwischen den geöffneten Fahrzeugtüren und der Wand mindestens 50 Zentimeter. Wal

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