weather-image
2,8 Millionen Euro noch in diesem Jahr – Arbeitsbeginn erst nach Genehmigung des Haushalts im Sommer

Stadt will in Straßen investieren

Hameln. Eine mobile Stadt für alle Verkehrsteilnehmer – das ist das erklärte Ziel von Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) und der schwarz-grünen Mehrheitsgruppe. Deshalb hat der Verwaltungschef angekündigt, die Einnahmen aus der Grundsteuererhöhung, die der Rat der Stadt Hameln in seiner Sitzung am 11. Februar zusammen mit der Anhebung der Gewerbe- und Automatensteuer (wir berichteten) beschließen soll, in einen 2,8-Millionen-Euro-Topf fließen zu lassen, aus dem noch in diesem Jahr die Sanierung von maroden Straßen und Brücken sowie der Ausbau von Fahrradwegen finanziert werden soll. Im Gegenzug will Hamelns Politik auf die seit vielen Jahren diskutierte umstrittene Straßenausbaubeitragssatzung verzichten, nach der die Kosten für die Erneuerung von Straßen auf die Anlieger umgelegt werden könnten.

veröffentlicht am 02.02.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

270_008_7669225_hm115_Dana_wilhelmsplatz_0302.jpg
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

Autor

Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite

Griese will aus diesem Topf aber nicht nur den Straßenzustand kontinuierlich verbessern, er will auch Bilanzverlusten entgegenwirken, die bei einem Investitionsverzicht drohen und für Verbesserungen des Wohnumfelds, insbesondere für Verkehrsberuhigung, sorgen. Konkrete Planungen indes gibt es im Rathaus noch nicht. „Wir haben zwar eine interne Liste und erfassen die Daten, aber was wann wo gemacht wird, wird erst nach dem Ratsbeschluss entschieden“, erklärt Ralf Wilde. Und auch vor Beginn des Sommers sei mit keinerlei Aktivitäten zu rechnen. „Der Haushalt muss dann noch genehmigt werden. Erst dann können wir loslegen“, begründet der Fachbereichsleiter technische Dienste und Umwelt bei der Stadtverwaltung.

Doch bei den 2,8 Millionen soll es nicht bleiben. In der mittelfristigen Finanzplanung sowie im Investitionsprogramm, das der Rat in seiner nächsten Sitzung ebenfalls zu verabschieden hat, werden für die Folgejahre weitere Millionenbeträge für das Verkehrsmodernisierungsprogramm veranschlagt. Und zwar je rund 3,4 Millionen Euro für 2016, 2017 und 2018.

Die Stadt Hameln ist für die Unterhaltung eines etwa 337 Kilometer langen Straßennetzes, aufgeteilt in Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen, einschließlich der Radwege und Brücken, zuständig. Auf diesem Netz bewegen sich die Fußgänger und Radfahrer, der ÖPNV und der Fahrzeugverkehr. Unter den Verkehrsteilnehmern befinden sich jedoch auch Menschen mit Behinderungen, sodass das Thema Inklusion ebenfalls aus den Investitionstöpfen der kommenden Jahre vorangetrieben werden soll.

Es geht aber auch um den Bestandsschutz und den weiteren Wertverfall der Hamelner Straßen. Weil in den vergangenen Jahren mangels liquider Mittel immer wieder an notwendigen Sanierungsarbeiten gespart worden ist, wird die Hamelner Politik jetzt von den Folgen eingeholt, denn für viele Straßen und auch Brücken verzeichnet die Verwaltung inzwischen einen erheblichen Unterhaltungsstau, wie Stadtbaurat Hermann Aden erst in der jüngsten Sitzung des Hamelner Bauausschusses betont hat. Hervorgerufen durch den Verkehr, aber auch durch Aufgrabungen und das Klima. Der Substanzverlust in der Straßeninfrastruktur nehme immer mehr zu. Und um in den nächsten Jahren enorme Unterhaltungsaufwendungen zu vermeiden, müsse jetzt mehr in eine grundlegende Erneuerung investiert werden, wobei Teile des technischen Aufbaus einer Straße oder eines Straßenabschnittes ausgewechselt werden müssten.

Ein weiteres erklärtes Ziel des Modernisierungskonzeptes ist eine Verkehrsberuhigung, die auch zu einer Verbesserung des Wohnumfeldes beitragen soll. Um dem Anwohnerbedürfnis nach Ruhe in Durchgangsstraßen Rechnung zu tragen, sollen auf die jeweiligen Straßenbereiche durch abgestimmte bauliche Veränderungen ordnungsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden.

Unter anderem ist geplant, durch Niveauanhebung stark mit Fußgängerverkehr frequentierte Straßenbereiche besonders hervorzuheben oder den Verkehrsraum mittels Grüngestaltung zu verengen. Für diese Verbesserung des Wohnumfeldes und Maßnahmen zur Inklusion sind in den Investitionstöpfen zunächst relativ geringe Ansätze gebildet worden. Die Verwaltung soll allerdings ermitteln, wie hoch der Bedarf in den kommenden Jahren sein wird.

Auch wenn den Tauben die Pfütze am Wilhelmsplatz gefällt: Der Sanierungsstau auf Hamelner Straßen ist inzwischen erheblich.Dana

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare